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er so heftig schreien, dass die ganze Bevölkerung von Lou-dun um das Kloster zusammenströmte 1 * )
„Als man ihm die letzte Oelung reichte, empfandendie Teufel die Wirkung des Sakramentes; sie musstenihren frühem Wohnort verlassen; aber sie gingen nichtweit; sie fuhren in den Körper eines sehr frommen Paters,der dabei stand und den sie seitdem nicht mehr verlassenhaben; sie verdrehten und verrenkten den Körper des ar-men Pater Lucas auf alle erdenkliche Weise und ihreWuth steigerte sich bei jedem neuen Anblick des Sakra-mentes. Das wurde noch toller, als Tranquille den letz-ten Athemzug gethan hatte; eine grosse Menge von Män-nern konnte den Pater Lucas nicht verhindern, dass ermit Füssen gegen den Leichnam trat®).
Hallucinationen von Mannouri und Clianvet.
Der Chirurg Mannouri hatte Grandier’s Schicksal da-durch sehr erschwert, dass er an seinem Körper die Exi-stenz einer Menge von Narben oder, wie man sagte, vonTeufelsmarken nachwies. Er setzte ausserdem die Un-tersuchungen mit der Sonde sehr lange fort und stiessihm jedesmal die scharfe Spitze tief ins Fleisch, wenn erhaben wollte, dass er schreien sollte. Mannouri hattenach Grandier’s Tode viel von den Vorwmrfen seinerFreunde zu leiden und Gewissensbisse liessen ihm baldkeine Ruhe. Als er eines Abends um zehn Uhr von einemKrankenbesuche zurückkehrte, in Begleitung eines andernMannes und seines Fraters, der die Laterne vorantrug,schrie er plötzlich auf: Ach, da kommt Grandier, w r aswillst du von mir? Man führte ihn in seine Wohnungund legte ihn zu Bett; er zitterte am ganzen Leibe undglaubte fortwährend das Gespenst Grandier’s vor sich zusehen. In diesem Wahn von unsäglicher Angst gefoltert,starb er nach wenigen Tagen 3 ).
1) Uistoirc des diables p. 354.
24 Ibid. p. 377.
3) Ibid. p. 209.
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