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plötzlichem Abscheu ergriffen, spie gegen das Phantom,und es verschwand. Dann aber ward sie traurig undbesorgt, etwas Uebles gethan zu haben. Die ganzeNacht hindurch erschienen ihr wollüstige Bilder. — Eswurde ihr sehr schwer gemacht, zu beichten; denn manraubte ihr das Gedäclitniss ihrer Fehler und selbst dieFähigkeit zu reden. Sie beschloss endlich, sich neunTage lang im Gebet an die heilige Jungfrau zu richtenund sich gegen die Anfechtungen des Teufels unter ihrenSchutz zu begeben. Bei dem ersten Gebete erschienihr eine grosse und herrlich strahlende Sonne, und eineStimme ging aus dem Lichte hervor. Als sie einigeNächte später vom Tenfel wieder schmutzige Reden zuhören hatte, erschien die Sonne wieder und scheuchteden frechen Verführer und sagte schmeichelnde Wortezu ihr: „Meine Tochter, meine liebe Gattinu, ich kommezu deiner Vertlieidigung.” Oft nahm der Teufel die Ge-stalt anderer Nonnen an und schmähte dann auf dieübrigen, auf die Aebtissinn, oder er erschien selbst unterder Gestalt der letztem und machte ihr heuchlerischeVorwürfe, so dass die Aebtissinn mit ihr übereinkam,sie wolle jedesmal, wenn sie in Wirklichkeit mit ihrspräche, erst das Zeichen des Kreuzes machen, damitsie vor dieser Illusion geschützt sei. Während derFasten wurden ihr ausgesuchte Speisen vorgespiegelt,deren Geruch sie gierig einsog, und menschliche Ge-stalten forderten sie auf, zu essen. Auch ein Engelvon bewundernswürdiger Schönheit kam und versicherte,von Gott abgesandt zu sein, um sie zur himmlischenVollendung zu führen; die andere und die dritte Nachterschien er wieder und erzählte ihr vom beschaulichenLeben und von der innern Offenbarung; sie solle aberAlles, was sie von ihm höre, auf das strengste geheimhalten. Sie aber entdeckte doch Alles und wurde über-zeugt, dass es doch nur wieder ein Blendwerk des Teu-fels gewesen sei. Darauf hatte sie mehrere Tage hin-durch grosse Angst und Furcht; überall, wo sie gingund stand, hörte sie Degengeklirr, und schreckliche Gestalten