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drohten sie zu tödten. Sie zeigte die Griffe von denKrallen der Teufel in dem Fleisch ihrer Hände. Endlichals der Gipfel ihrer Ilallucinationen, erschien ihr die hei-lige Jungfrau, eine Gestalt von unvergleichlicher Schöne.„Fürchte dich nicht”, sprach sie, „ich bin Maria, dieMutter der Barmherzigkeit. Du hast einen grossen Fehlerbegangen, dass du so oft die Gnade meines Sohneszurückgestossen” u. s. w. Diesmal hielt es für sie un-endlich schwer, das Geständniss dieser Erscheinung ab-zulegen; sie brachte die Worte nicht über ihre Lippen.Sie wurde von so grosser Angst gepeinigt, dass manihr Wächterinncn in der Nacht zur Seite setzen musste;dann fing sie an, an Krämpfen zu leiden. Man fand siemehrmals auf der Erde, starr wie ein Stück IIolz. —Aehnliche Anfechtungen oder wo möglich noch ärgerehatte Marie du Saint-Sacrement. Der Teufel suchte beiihr den Beichtvater anzuschwärzen und erzählte, er habevon diesem ausdrücklichen Befehl, in die Hostie hineinzu kriechen, die er ihr geben werde, damit er sie ganznach seinem Willen beherrschen könne, und wirklichmusste sie zwanzig Hostien zurückweisen, weil ihr dereine Theil immer schwarz erschien. Dann kamen schreck-liche Phantome: ein Mensch mit einem Elephantenkopfmit einem feurigen Rüssel, mit unerträglichem Gestanke,und das Ungethüm brüllte ihr zu: „Nun gehörst du mir,der Engel des Herrn hat dich verlassen und mir befohlen,dich zu verschlingen!” •— dann ein anderes Thier, grösserals ein Pferd, dem Feuer und Flammen aus dem Mauleschlugen, wobei das Haus von heftigen Donnerschlägenerschüttert wurde und Blitze durch das Fenster zuckten
Die Krankheit der Nonnen war aber nicht blos aufSinnestäuschungen beschränkt; man war oft genug genöthigt,sie zu überwachen und vor Gewaltthätigkeiten zu behüten.Ein Teufel Dagon, der in dem Körper der Marie du Saint-Espril steckte, liess sie einmal den grossen, dicken Strick,mit dem sic umgürtet war, fassen, und das schwache
1) Bosroger cap. 10, 11 u. 12.