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Mädchen zerriss ihn in Stücke, wie einen dünnen Stroh-halm. Ein anderes Mal näherte sich Dagon sehr wüthenddem Altäre, um sich auf die heilige Hostie zu stürzen.Der Vater Esprit, der gerade die Messe abhielt, rief ihmentgegen: „Siche hier den lebendigen Gott, wagst du ihnzu berühren“? weiche von hinnen!” — und Dagon, in dergrössten Wuth, wollte fortwährend die beiden Hände desMädchens um die Hostie herumlegen, um sie zu zerbre-chen , aber, obgleich die Finger sehr nahe heran kamen,sie konnte sie nicht berühren; da warf er das arme Mäd-chen mit grosser Heftigkeit zurück, dann fasste er wieein Hund den Kelch mit den Zähnen, den der Vater in derlinken Hand hielt, und als ihm dies verboten wurde, streckteer dem Mädchen zum Spott die Zunge heraus und liesssie das Innere des Kelches auslecken 1 ). — Der TeufelAccaron schleuderte eine Andere an drei Fuss hoch indie Luft; Dagon warf seine Nonne, ein sehr grosses,starkes Mädchen, im Klostcrhofe, der mit Sandstein ge-pflastert war, vier bis fünf Schritte rückwärts der Längenach hin, so dass sie mit dem Hinterkopfe heftig auf-schlug; aber nachdem sich das Mädchen wüthend eineWeile auf der Erde herumgewälzt hatte, erhob sie sichwieder ohne den geringsten Schmerz. — Dann liess sieDagon einmal an einigen allen Sträuchern auf eine zehnFuss hohe Mauer klettern und auf der Mauer selbstnoch an eine Stelle kriechen, von der man gar nichtheruntersteigen konnte; die andern Nonnen beschwörensie, sich doch wieder an eine Stelle zu begeben, woman ihr zu Hülfe kommen könne, und ein herzugerufenerExorcist betet,, um den Dämon besser zu zwingen, aufseinen Knieen den Rosenkranz ab; da schreit ihm Dagonsehr wüthend zu: „Wenn du nicht sogleich den Rosen-kranz fortnimmst, so werfe ich diese Hündinn herunter!”und in demselben Augenblicke liess er sie auch die Gefahrsehen, in der sie schwebte, worüber sie so erschrak,dass sie von der Höhe der Mauer auf einen Haufen von
1) Bosroger 1. c. 6d.it in 12“«- p. 237, 240; in 4°. p. 257.