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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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(der katholischen Kirche) verkündete: wir beleidigtennur Gott und müssten uns bessern l ).

Ganz ähnliche Zufälle beobachteten Jaques Bres-son, Jaques Dubois-, David Flotard 2 ). Nachder Angabe des Letztem gab es wenigstens achttausendsolcher Kinder in der Provinz, und wie man sie auchin die Gefängnisse warf und auf alle mögliche Weiseschlecht behandelte, immer sangen sie Psalmen undwaren freudigen Sinnes und beteten. Die Gefängnissewaren in kurzer Zeit von ihnen so voll geworden, dassman nicht mehr wusste, was man mit ihnen anfangensollte und sie wieder hcrauslassen musste.

Die ersten psychischen Aeusserungen des Kindessind nur der Reflex der Dinge, die seinen Augen amhäufigsten und am frühesten begegnen; die ersten Worte,die es stammelt, sind nur die Wiederholung der Worte,die am öftersten vor seinen Ohren ausgesprochen werden.Es scheint, dass in den Cevennen Fälle vorgekommensind, dass Kinder, die erst aus der Wiege genommenwaren, durch eine Art von Verzückung in Krämpfeverfielen; so nach Jaques Dubois:Ich habe inQuissac einen Kuaben von fünfzehn Monaten, den seineMutter auf den Armen hielt, gesehen, wie er sich hin-und herwarf, und dann weinend in gutem Französicshdeutlich und mit lauter Stimme, mit einzelnen Unter-brechungen, so dass man gespannt aufmerken musste,redete, so als wenn Gott durch seinen Mund gesprochen.Der Ausdruck: ich sage dir, mein Kind, leitete seineWorte ein. Dies Kind wurde mit seiner Mutter insGefängniss geworfen. Kinder im Alter von drei biszu zwölf Jahren, die sich in einem ähnlichen Zustandebefanden, habe ich wohl an sechzig gesehen 3 ).

Jean Vernet erzählt:Ungefähr ein Jahr vormeiner Abreise besuchte ich mit zweien von meinen

Le tliäätre sacrö etc. p. 19. p. 36.

2) 1. c. p. 60.

3) 1. c. p. 32.