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Als unsere Familie am 1. Januar 1703 versammelt war,um den Tag in Gebeten und andern gottesdienstlichenUebungen zuzubringen, empfing einer meiner Brüder eineInspiration, und wenige Augenblicke später verbreitetesich eine grosse Gluth von meinem Herzen aus durch denganzen Körper. Ich musste tief aufseufzen, was ich we-gen der Gesellschaft indess soviel als möglich zu unter-drücken suchte. Bald aber wurde es zu stark; ich mussteheftig weinen. Das Gefühl meiner unzähligen und ver-abscheuungswürdigen Sünden überstürzte mich. Dannwurde wieder ein Gefühl des Glückes in mir lebendig,und meine Angst löste sich in leises Gemurmel auf. Diefolgende Nacht ging ruhig vorüber, aber beim Erwachenhatte ich an ähnlichen Aufregungen zu leiden, wie siemich seitdem jedesmal in dem Zustande von Ecstase be-fallen haben, wobei ich auch stets heftig schluchzenmusste. Einen ganzen Monat lang begegnete mir diesdrei- oder viermal täglich 5 ich verbrachte fast die ganzeZeit mit Fasten und Beten. Aber je länger dies dauerte,desto mehr stieg auch die Hoffnung auf Trost, und end-lich kam ich zu dem Glück einer völligen Zufriedenheit.Ich war ganz verändert; was mich früher gefreut hatte,ehe mich Gott seiner Gnade gewürdigt, war mir wider-wärtig. Meine Freude stieg, als Gott meine Zunge löste.Wie sein heiliger Geist früher meinen Körper bewegte,ihn aus seiner Lethargie herausgerissen, so wollte erauch meine Lippen rühren und sich ihrer nach seinemGefallen bedienen. Aus meinem Munde rann ein Stromvon Worten, die mein Geist nicht gedacht, die aber meineOhren mit Entzücken hörten. Das erste Mal sprach derheilige Geist: ich sage dir mein Kind, dass ich dich schonin deiner Mutter Leibe zu meinem Ruhme geweiht undbestimmt” *). Andere Propheten hielten sich selbst fürden heiligen Geist, so die ganze Versammlung von Tau-zuc. Die innere Stimme rief ihnen im Kampfe zu, sie
1) Theätre sacre des C6vennee p. 6<> et sqq.