von Wasser, in das man einige Stäubchen von seinemGrabe hineingerührt, waren gewöhnlich nur illusorisch.Wenn die Exaltation des Gemüthes, während der dieKranken, die in dem festen Glauben zu seinem Grabewallfahrteten, dort ihre Gesundheit wieder zu erlangen,ihre Leiden vergassen, vorüber war, kehrten gewöhnlichauch ihre Schmerzen und ihre ganze Krankheit in ihrerfrühem Erscheinung wieder 5 sie waren wieder blind undlahm u. s. w. ').
Noch ist einer krankhaften Erscheinung Erwähnungzu tliun, die für besonders übernatürlich gehalten wurde.Bei erwachsenen Konvulsionärs trat zuweilen nach denAnfällen, ausser den kindischen Streichen, die sie, wieM ontgeron meint 1 2 ), vielleicht aus eigenem Antriebemachen, je nach ihrem Geschmack und Neigung, einübernatürlicher kindlicher Zustand ein. * Ihr Gesicht,der Ton ihrer Stimme, ihre Haltung, alle ihre Bewe-gungen wurden kindlich, aber in den einfachsten, inunschuldigen und schüchternen Worten wussten sie dietiefst eu Wahrheiten über den gegenwärtigen Zustandder Kirche vorzubringen. „Oft waren bei diesem Zu-stande die gewaltsamsten Hülfsmittel (Schläge) noth-wendig, und das zeugt dafür, dass ihr Körper in sol-chen Augenblicken miit einer wunderbaren und übernatür-lichen Kraft begabt war, die nur von Gott kommenkonnte.” Wahrscheinlich sind dies solche vorübergehendeDelirien oder Zustände von Verwirrtheit gewesen, wiesie nach heftigen hysterischen oder epileptischen An-fällen nicht selten zur Beobachtung kommen. Dies sinddie hauptsächlichsten Erscheinungen, welche die Kon-vulsionärs von St. Medard darboten. Die Krankheitbegann im Frühjahr 1731, und 1741 war sie zwar imErlöschen, aber noch nicht ganz beendet 3 ). Im Anfänge
1) D. Lat aste 1. c. Tom. 2. p. 891.
2) Monts cro 11 Tom. 2. |> 88
3) Gregoire (I. c. Tom. 1. p. 389) berichtet noch vom Jahre
l?t>2, dass man sich vergeblich hemiiht habe, die cnnrulsionsk yrands secourx zu unterdrücken. Die Streitschriften über diesenGegenstand gehen noch weit über jene Zeit hinaus. L-