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stossen ihr daher das Haupt mit einer Grabschaufel abund begraben sie wiederum, worauf die Pest aufhört.”Leloyer’s Werk ist zwar reich an Erzählungen vonder Wiederkehr abgeschiedener Seelen, aber vom Vam-pirismus ist darin nicht die Rede. Weder in Frank-reich, noch in den deutschen Ländern, noch in Italienist von der Sage die Rede; die vorgekommenen Beispielesind aus Böhmen und Mähren. Ilagecius in der böh-mischen Chronik (quaest. XCI.) schreibt, dass 1345eine Zauberinn, eines Ilaffners Weib im Städtchen Levinin Böhmen, einmal jählingen Todes gestorben und aufeinem Scheidewege begraben worden; sie sei aber vielenLeuten in mancherlei, auch in Viehes - Gestalt erschienenund habe Einige umgebracht. Als man sie aber aus-gegraben, habe sie den Schleier, damit ihr Haupt ver-bunden gewesen, in der Zeit halb hineingegessen gehabt,worauf ihr das Uebrige noch blutig aus dem IlalS ge-zogen worden 5 darauf schlug man ihr zwischen die Brusteinen eichenen Pfahl, und bald darauf floss ihr das Blutaus dem Leibe und ward wieder verscharrt. Aber sieriss den Pfahl heraus und brachte mehr Leute um, alszuvor. Hernach ward sie mit sammt dem Pfahl verbranntund die Asche in’s Grab sammt der Erde gelegt. Dahörte das Ucbcl auf; aber an dem Ort, wo man sie ver-brannt, hat man etliche Tage einen Wirbelwind gesehen. —Fast dergleichen Geschichte hat sich vor etlichen Jahren zuEgmanschütz in Mähren begeben, indem dem Ansehen nachein ehrlicher Bürger daselbst auf dem Kirchhof in der Stadtist begraben worden, welcher stets bei der Nacht aufge-standen ist und Etliche umgebracht hat. Seinen Sterbkit-tel liess er allezeit bei dem Grabe liegen. Einstmals aber,da er also vom Grab hinwegging und die Wächter auf demKirphthum solches ersahen, haben sie ihm unterdessen denSterbkittel hinweggetragen. Als er nun wieder zum Grabkam und seinen Kittel nicht fand, ruft er den Wächtern, siesollen ihm seinen Kittel wiedergeben oder er wolle sie alleerwürgen, welches sie haben thun müssen. Hernach wurdeer vom Henker ausgegraben und zu Stücken zerhauen ; da