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Friedrich Gottlieb Klopstock.
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III. Aus dem goldenen Abece der Dichter.
Lass du dich kein Regulbuch irren, wie dick womit du dein Wer! hast arbeitet, so untersuch'es auch st», und was die Vorred' auch davon 5 all deine Tritt und Schritt noch Einmal; undbemelde, daß ohne solchen Wegweiser keiner, der wo sie etwa wankend gewesen sind und gleit-da dichtet, könne auch nur Einen sichern Schritt haft, da geh' du von neuem einher, und Halt-thun. Frag- du den Geist, der in dir ist, und solchen Gang, der stark und fest sey. Willstdie Dinge, die du um dich siehst und hörest, du dich nach gethaner Arbeit erholen und er-und die Beschaffenheit deß, wovon du vorhast 10 lustigen, so nimm der dicken Regulbucher eineszu dichten; und was die dir antworten, dem zur Hand, und lauf hie und da die Narren-folge. Und wenn du-s nun hast zu Ende bracht, theidungen durch, die du vor dir findest,und kalt worden bist von dem gewaltigen Feuer,
tV. An den, welcher die Geschichte unserer Sprache schreiben wird.
«. Jüngling oder Mann - denn ich weiß nicht, Sprache. Aber er fließt nur kärglich: dennr, Ehuud, wer es thun wird — merke dir nur wenig Ueberbleibsel haben wir gerettet,ei,, ^ "or allen Dingen, daß deine Sprache Der Angel und der Sachse, die Britannien
" ^"chhallige, vollblühende, fruchtschwere, tö- eroberten, haben viel Schätze hinterlassen. Ekler,von ^ ^messne, freie, bildsame ldoch wer kann 2g aber auch dummer Kaltsinn hat sie vergraben,edle I, fugen, was sie ist?>, männliche, Scharre du sie auf.
die . "vortreffliche Sprache ist, der es kaum Manneffe sah beim Sammeln nicht sonderlich
sy. Arische, und keine der andern Europäer- scharf; doch etwas Goldes ist gleichwohl drinn.
^en bieten darf. Von den Minnesängern bis zu Luthcrn ist
Denn «""Äscher Wurzel wuchs sie nicht auf. 30 ein weiter Weg. Ich hatte nie der Muße genug,gallisck rühmt's an Ariovisten, daß er gut um zu sehn, ob dort auch Rosen an den Dar-
nach. Drache. Späh' du ihrer Wurzel nicht nen wären. Du mußt ihn auf deiner Wander-umsonll wollte in solcherlei Staube schüft gehen.
kühlen. Niemand, der weiß, was eine Sprache
gerechte ^ ^^en, die über Cäsars Rheinbrücken, 35 ist, erscheine ohne Ehrerbietung vor Luthern.derten spotteten; Hermannen bewun- Unter keinem Volk hat Ein Mann so viel
weinten werth war; Bojokalen be- an seiner Sprache gebildet. Dein Weg führt
Meer' ^ - kühnen Franken vom schwarzen dich zu unsern Zeitgenossen. Untersuche und
an b:s zu der Rheinmünde geleiteten, die vergleiche sie unter einander. So nur kannst
^"«t "" diesem allen sey kurz, denn du kannst 40 du's treffen. Triffst du's, so wird dein Aus-,il^ ^ "'chts, als ich auch kann, dieß nämlich: spruch auch der Ausspruch der Enkel seyn.
l m Andenken eine heiße deutsche Thräne hin- Gehab' dich wohl, Jüngling oder Mann, und
kurzen lassen. geh. dein Werk.
^n Ulphila findest du den ersten Quell der
V. Aus einer neuen deutschen Grammatik.
Nachdem man sich einige Zeit über die Entschluß, nur grammatische Fragmente Heraus-
Sprache unterredet hatte, las einer von der zugeben, vielleicht ändern würde.
Gesellschaft verschiedenes aus einer neuen deut- Wir liefern hier einige dieser Fragmente in
sehen Grammatik vor, von der er sagte, daß er 55 der Ordnung, wie sie uns, nach Veranlassungsie, wenn er auch Zeit dazu hätte, doch wol des fortwährenden Gesprächs, sind vorgelesen
nicht ganz ausarbeiten würde. Weil er keine worden- Nur die Einleitung setzen wir zu-
Reigung hätte, das schon gesagte zu wiederholen erst, obgleich die Vorlesung nicht damit ange-
(wenige Wiederholungen ausgenommen, welche fangen wurde. Der Grammatiker lehrt die
die Verbindung notwendig machte), so wollte 60 Regeln der Sprache, und bemerkt die Bedeu-er sich nur auf das einlassen, was die Gram- tungen der Wörter. Weil er die Sprache neh-
matiker bisher in der Sprache noch nicht be- mm muß, wie sie ist, und nicht, wie sie, nach
merkt härten, und was doch unentbehrlich wäre, seinem gegründeten oder ungegründeten Bedün-
wenn man sich einen vollständigen Begrif von fen, seyn solle, so ist es der Sprachgebrauch
ihr machen wollte. Da man ihn aber bald 65 allein, der, sowohl in Absicht auf die Regeln,überzeugte, daß von dem schon gesagten vieles als auf die Bemerkungen, sein Führer seyn
unrichtig wäre, und auch das richtige noch muß. Er mag auf ihn als einen Grannen
viel bestimmter, und theils auch kürzer müstc so viel schelten, wie er will: aber gehorchen muß
vorgetragen werden, so schien es, daß er seinen er ihm. Thut er das nicht, so ist er ein