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Salomon Gefiner.
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über meine Brust herunter wallet. Ja, spiele ich will mein kahles Haupt umkränzen, undmir dem meisten Haar auf meiner Brust, du mein schwacher Arm soll die Lcyer nehmen, undkleiner Zephir! der du mich umhüpfest; es ist dann wollen wir, ich und meine Kinder, umes so werth, als das goldene Haar des frohen den Altar her Loblieder singen; dann will ichJünglings, und die braunen Locken am Nacken 5 Blumen über meine Tafel streuen, und unterdes ausblühenden Mädchens. O dieser Tag soll frohen Gesprächen das Opferfleisch essen,mir ein Tag der Freude seyn! ich will meine So sprach Palemon, und hub sich zitternd
Kinder um mich hcr sammeln, bis auf den klei- an seinen Stab auf, und rief die Kinder zu-nen stammelnden Enkel, und will den Göttern sammen, und hielt den Göttern ein frohesopfern; hier vor meiner Hütte sey der Altar; 10 Fest.
II. Mirtil und Oaphne.
Mirtil. Schon so frühe, meine Schwe-ster! Noch ist die Sonne nicht hintcrm Berghervor; kaum hat die Schwalbe ihren Gesangangefangen, der frühe Hahn hat kaum noch den 20Morgen gegrüßt, und du bist schon in denThau hinausgegangen. Was willst du heutefür ei» Fest bereiten, daß du so frühe deinKörbchen voll Blumen sammelst?
Daphne. Sey mir gegrüßt, geliebterBru- 25der! Woher am feuchten Morgen? Was be-ginnest du in der stillen Dämmerung? Ichhabe hier Veilchen gesucht und Mayblumen undRosen, und will itzt, da unser Vater und un-sere Mutter noch schlafen, will ich sie auf ihr 30Bette Hinstreuen; dann werden sie unter lieb-lichen Gerüchen erwachen und sich freuen, wennsie mit Blumen sich umstreuet sehn-
Mirtil. O du geliebte Schwester! MeinLeben lieb' ich nicht so sehr, wie ich dich liebe! 35Und ich, du weissest es, Schwester! gestern,beym Abendroth, als unser Vater nach unsermHügel hinsah, auf dem er vst ruhet; lieblichwär' es, so sprach er, stünd' eine Laube dort,die uns in ihren Schatten nähme. Ich hört' 40es, und that, als hätt' ichs nicht gehört; aberfrüh vor der Morgensonne gieng ich hin, undbaute die Laube, und band die flatternden
Haselstauden an ihren Seilen fest. O meineSchwester! steh' hin, die Arbeit ist vollendet;verrathe nichts, bis er es selbst sieht; der Tagsoll uns voll Freude seyn!
Daphne. O mein Bruder! wie angenehmwird er erstaunen, wenn er die Laube vonferne sieht! Itzt geh' ich hin, schleiche leisezu ihrem Bette mich hin, und streue diese Blu-men um sie her.
Mirtil. Wenn sie unter den lieblichenGerüchen erwachen, dann werde» sie mir freund-lichem Lächeln sich ansetzn und sagen: Das hatDaphne gethan; wo ist sie? das beste Kind!Sie hat für unsre Freude vor unserem Erwa-chen gesorgt.
Daphne. Und Bruder! Wenn er dannvom Fenster her die Laube sieht. Wie, triegich mich? so sagt er dann, eine Laube stehtdort auf dem Rücken des Hügels! Gewiß! diehat mein Sohn gebaut. Gesegnet sey er! Ihnhält die Ruhe der Nacht nicht ab, für unsersAlters Freude zu sorgen! Dann, Bruder!dann ist uns der ganze Tag voll Wonne. Dennwer am Morgen was Gutes beginnt, dem ge-lingt alles besser, und auf jeder Staude wächstihm Freude.
III. Vas hölzerne Sein.
Auf dem Gebürge, wo der Rautibach insThal rauschet, weidete ein junger Hirte feineZiegen. Seine Querpfeife rief den siebenfachenWiederholt aus den Felsklüfcen, und tönte mun- 55ter durchs Thal hin. Da sah er einen Mann.von der Seite des Gebürges heraufkommen, altund von sitbcrgraucm Haar; und der Mann,langsam an seinem Stäbe gehend, denn einesseiner Beine war von Holz, trat zu ihm, und 60setzte sich an seiner Seite auf ein Fclsenstück.
Der junge Hirte sah ihn erstaunt an und blickt'auf sein hingestreckres hölzernes Bein. Kind,sagte der Alte mit Lachen, gewiß du denkst,mit so einem Beine blieb ich wohl unten im 65Thal? Diese Reise aus dem Thal mach' ichalle Jahr' einmal. Dieß Bein, so wie du esda siehst, ist mir ehrenhafter, als manchem seinezwey guten; das sollst du wissen. Ehrenhaft,
(Eine Schweizer-Idylle.)
mein Vater, mag es wol seyn, erwiederte derHirte; doch ich wette, die andern sind beque-mer. Aber müde mußt du doch seyn. Willstdu, so. geb' ich dir einen frischen Trunk ausjener Quelle, die dort am Felsen rieselt.
Der Alte. Du bist ein guter Knabe- einTrunk frisches Wasser wird mich erquicken.Gehst du, und holest ihn, so erzähl' ich dir danndie Geschichte von meinem hölzernen Beine.
Der junge Hirt lief, und schnell bracht' ereinen frischen Trunk aus der Quelle zurücke.
Der Greis hatte sich erquickt. Daß man-cher eurer Vater, so sprach er,-voll Narbenund zerstümmell ist, das sollt ihr Gott undihnen danken, ihr Jungen. Muthlos würdetihr den Kopf hängen, statt itzt an der Sonnefroh zu seyn, und mit muntern Liedern denWiederhat! zu rufen. Munterkeit und Freude