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Justils Mvscr.
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viertel, oder nach unsrer Art zu reden, inBolle rbe, Halbcrbe und Erbkottenein;aber diese sind oft größer als jene, und zwi-Erbe,'> und Erbe, besonders auf der Heide,ist der größte Unterschied. Jeder scheinet sich im 5Anfange so viel genommen zu haben, als er hatnöthig gehabt und gewinnen können, da woihm ein Bach, Gehölz oder Feld gefallen. ?> Undso ist gemeiniglich die erste Anlage der Natur.
8. 3. Und haben sich schwerlich inColonien angebauet.
Unsere Gegenden sind daher auch wohlschwerlich durch einen allgemeinen Völkcrzugangebauet worden.' Denn unter solchem gibt 15es gemeiniglich kleine Verbindungen und Freundeschaslcn, welche sich gern zusammenhalten, undnicht so ungleich theilen- Die Dörfer,^; worinmehrere Wohnungen neben einander stehen, undwelche auf solche Art angebauet zu seyn scher- 20nen, sind wohl zuerst mit und bei den Kirche»,und höchstens bey den Brücken und Mühlenentstanden. Denn fast keines hat eine gerechteFelomark, und viele müssen ihre Aecker von denbenachbarten Höfen pachten, auch wohl einen 25Grundzins dahin entrichten; zum Zeichen, daßsie auf einem fremden Grunde, und zwar zueiner Zeit angeleget worden, wo sie sich schonnicht mehr nach Nolhdurft ausdehnen konnten.
In keinem Lehnbriefe findet sich ein Zehnte mit 30dem Ausdruck: vor dem Dorfe, dergleichenman anderwärts häufig findet. Die Dorfge-sessene besitzen auch ordentlich keine Höfe, thundaher keine Krieges - oder Landessuhren, undsind Wirthe, Krämer, Handwerker und derglei- 35chen neu angezogene Leute.
8- 4. Die Städte sind auch ursprüng-lich keine Colonien.
Eben das läßt sich von den Landstädten 40sagen. Jbre Lage auf den Stiftsgränzcn zeigetihre Bestimmung, wie ihren neuern Ursprung.
Die Geschichte kennet ihren Anfang und Wachs-thum noch. Und überhaupt werden sich in allenStädten, wenigstens in Niedccdeutschland, Spu- 45
ren und Nachrichten von allgemeinen Grund-zinsen und Wordgeldern '') finden, welche deut-lich beurkunden, daß überall der Boden, woraufBürger und versammlete Leute wohnen, schonvor ihnen einen Herrn gehabt habe, folglichnicht ursprünglich durch eine erobernde Coloniegewonnen sey. 6)
8. 5. Und hie alte germanische Ver-fassung passet hier nicht.
Was Cäsar von den alten Germaniernsagt, hat hier nie zutreffen können. „Unter„den Germanern — sagt er — besitzt keiner„gewisse Aecker oder Bezirke zum Eigenthum,„sondern ihre Obern und Vorsteher weisen nach„ihrem Gutachten den Völkern und Familien,„welche sich zusammengethan haben, das nöthige„ Land an, welches sie besäen, und das folgende„Jahr wieder verlassen müssen. Sie meinen,„ohne diese Vorsorge würden die Leute sich zu„sehr an ihr Eigenthum gewöhnen, und dar-über die Lust und den Geist des Krieges ver-lieren; oder eine Begierde nach größern Be-nützungen bekommen, und die Schwächer» ver-schlingen, sich auch nach und nach bequemlicher„anbauen-und verzärteln, oder wohl gar Reich-„thümcr erwerben, und sich nach einer natür-lichen Folge beneiden und zanken. Es diene„auch endlich nicht wenig dazu, das gemeine„Volk bei gutem Willen zu erhalten, wenn es„sähe, daß der Vornehme es nicht besser habe,„als der Gemeine, und Beide sich mit gleicher„Nothdurft befriedigen." Cäsar, Gall. Krieg 6.
Z. 6. DiesescheintdasWerk der Kunst.
Denn hier haben sich keine Familien zu-sammengethan. Heide, Sand, Mohr und Ge-birge, woraus unser Stift größtentheils besteht,erfordern eine vieljährige Zubereitung, einenanhaltenden Bau, und keine solche Veränderung.Die Natur liebt Eigenthum, und der Plan,welchen Cäsar angibt, hat ein kriegerischesGenie zum Urheber, das den Staat in seineAbsichten gezwungen hat. Dies war unstreitigbei den Sueveil) vorhergegangen, und Cäsar
l) Erbe, ganze und halbe, wie auch Erbkottcu scheinen die ersten Pflanzungen zu seyn; und rührt eswohl daher, daß solche allein in der Baucrschaft zur KricgeSrundc, und in der Mark znr Mannzaht gehören. Mark-lotten hingegen, deren jetzt t> oder 8, auch wohl lli auf ein Erbe gehen, sind dem Ansehe» nach ein später Anfing,und haben weder Echtwort oder Wahre, »och Stimme in der Gemeinheit, mithin die Regel Wider sich, undnicht mehr Recht, als ihnen erweislich zugestanden worden. Sie sind als geringe arme Leute schwerlich zu gemeinenLasten und Vortheilen gezogen, bis man ihnen endlich etwas qegönnct und aufgelegt, mithin einige Gemeinschaftzugestanden hak. Rott oder Rotte ist eigentlich ein Schnitt, u» kam;,»», wovon noch das englische out euttorübrig ist; und weil jcveö negnion zn einem togmon gebraucht werden kann, so bedeutet es auch etwas bedecktes, eineHütte. S. Wachter V. Kokt. Man sagt auch Röttcrci, wie im Französische» Ovttorio, lluttornuie, «,'vttnrellnn;alles aus einer Quelle. S. öloungo v. «luttorio. Doch sind die französischen Onttorot» eher eine Art von Hof-hörigen Leuten.
2> „Sie wohnen zerstreut und getrennt, wenn eine Quelle, ein Hain, ein Feld ihnen gefalle». Jeder umgibtsei» Haus mit einem leeren Platz.' Tacit. a. a. O.
3) Dorf nennt man hier blos den Ort, wo die Einwohner zusammen wohnen, und ein Distrikt einzelnerWohner heißt die Bur, oder auch die Baucrschaft.
11 Word ist bei uns eine nron, die zur Weide oder zum Walde berechtiget ist. Wvrdgeldcr sind eleunri
ü) Dergleichen findet ma» in Griechenland und Italien. Wenigstens hat dort jede Stadt ihren Ursprung gerneiner erobernden Eolonie, und ihren Rainen einem anführenden Helden zugeschrieben.
g) Cäsar hatte zwar zwciinal eine Erscheinung diesseits des Riederrhcins gewagt. Allein er war doch nurhauptsächlich von der sucvischcn Einrichtung belehr,. Der Suevc» ihre Abtheilung in hundert Landrcgimcnter; ihreIll.vllU Mann leichte Grenadiere; <„welche sie aus der gesummten Jugend auserlesen vor die Schlachtrcihc stellten')