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Handbuch der deutschen Prosa von Gottsched bis auf die neueste Zeit : historisch geordnete Sammlung von Musterstücken aus den vorzüglichsten Prosaikern unter Berücksichtigung aller Gattungen der prosaischen Schreibart, nebst einem literarisch-ästhetischen Kommentar / von Dr. Heinrich Kurz
Entstehung
Seite
529-530
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Justus Möser.

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säumt, und die Verwirrungen, welche aus der rhum entstanden sind, machen hier einen gro-

Hörigkeir der Menschen oder dem Leibeigen- ßen Theil der Staatsgcschichte aus.

Johann Georg Hermann.

Sokrntische Denkwürdigkeiten

für die lange Meile des Publikums zusammengetragen von einem Liebhaber der

lange» Meile.

Mit einer doppelten Zuschrift an Niemand und an Zween.

Ueber die Sorgen der Menschen! wie viel ist Loch Eitles im Leben!

..Wer soll dieses wohl lesen? "-Wie sggst du? — „O Niemand!" — Niemand?

Zwei oder Niemand!"-lPersiuS.)

An das Publikum, oder Niemand, den 30 vergöttert hat. -Es fehlt Dir nicht an AugenKündbaren. und Ohren, die aber nicht sehen, nicht hören;

und das künstliche Auge, das Du machst, dasDu führst einen Namen, und brauchst kei- künstliche Ohr, das Du pflanzest, ist, gleich

nen Beweis Deines Dasepns, Du findest den Deinigen, blind und taub. Du mußt

Glauben, und thust keine Zeichen, denselben zu 35 alles wissen, und lernst nichts; Du mußt alles

verdienen, Du erhältst Ehre, und hast weder richten, und verstehst nichts. Du dichtest, Hast-

Begriff noch Gefühl davon. Wir wissen, zu schaffen, bist über Feld, oder schläfst viel-

daß es keinen Götzen in der Welt giebt. leicht, wenn Deine Priester laut rufen, und

Ein Mensch bist Du auch nicht; doch mußt Du Du ihnen und ihrem Spötter mit Feuer ant-

ein menschlich Bild seyn, das der Aberglaube 40 Worten solltest. Dir werden täglich Opfer ge-

il. Leute im wcitläuftigcn Verstaube, die andern aus einer besondern Verpflichtung diene» und unterworfen sind.N) Freie, welche den Dienst nach Gefallen oder nach gecndigtem Eontrakt verlassen können.

-0, Edle Wehren, oder doch entsprossen von ihnen, die sich unbeschadet ihres Adels Kaisern, Könige»und andern zu ritterlichen Kriegsdiensten verpflichten; edle Vasallen, Etelmänncr.

I»s Gemeine Wehren, oder solche, die von ihnen entsprossen sind, und sich ebenfalls salva ingonultato zuritterlichen Kriegsdiensten verpflichteten, lilioei.

c> Gemeine Reisige, die nicht von Rittcrart sind, aber doch in eines Herrn Dienste, und zu ihren Fehdenmit ins Feld ziehen, und ihr eignes Hccrgcweddc haben; dergleichen sind freie HofeSg enosscn, freieHobslcutc, und wie sie sonst heißen.

, 1 ) Freie, auch freigelassene in Schutz und Hode stehende Leute, die nicht mit zu Felde ziehen, sonder»allein den Acker.bauen, oder ein ander Gewerbe treiben, und entweder

«i Gründe von ihrem Schutzhcrrn unterhaben, mithin dessen Schutz nothwendig nehmen müssen,Nothfrcic, oder

ss) auf einem geringen eigenen, auch wohl fremden Grunde, dessen Eigenthümer aber keinen Schutz zugeben berechtiget ist, wohnen, mithin ihren Schutz wählen können, Churmündigc.

<) Hörige, welche stch cinem Herrn zu eigen ergeben haben, und ihren Stand ohne Freibrief oder Erlaubnißnicht »erlassen können.

-0 Edle Dienstleutc, von hohem Geschlechte entsprossene Ministerialen, welche auf ihren Adel verzichtend,sich Kriegs - oder Hofdicnsten anderer verkauften.

>0 Dienstleutc aus dem Stande der Freien, die sich, auf ihre Freiheit verzichtend, auf gleiche Art ver-pflichteten.

c) Gemeine Reisige, die mit ihrem Herrn zu Felde ziehen, und ein Hccrgewcdde haben, was der Gutsherrnach ihren, Tode zu sich nimmt, und sich ablösen läßt. Leibeigene Hofcsgcnosscn.

<>> Schlechte Leibeigne, die nicht mit zu Felde ziehen, sondern den Acker ihrer Gutsherren, die daS Rechtnicht haben, Hofhörigc (Soldaten) zu halten, bancn. Ritlcrcigne, Sunde rle Ute.

«1 Oaonti, denen man gewisse Gründe untcrgcgcbcn hat.

fli Ii«n oasuti oder extravnMnto», die nicht freigelassen, und mit keinen Grünten versorgt sind.

Kurz, Pros. Lii. 34