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Helfnch Peter Sturz.
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Hohngelächter gerügt. In dem Eislauf ent-deckte sein Scharfsinn alle Geheimnisse der Schön-heit, Schlangenlinien, gefälliger als Hogarlh's,Schwebunge», wie des ppthischen Apolls; schö-ner als der Liebesgöttin Locken wehet ihm Bra-gas goldenes Haar. Die Holländer schäzr ergleich nach den Deutschen, weil sie ihre Tiran-nen verjagten, und — die besten Eisläufer sind.Einst traf ich ihn bei einer Karte in tiefemNachsinnen an; er zog Linien, maß und theilte.— Wird es wol gar ein Partagetrakrat? oderein Sistem eines bessern Staatsgleichgewichts? —Sehen Sie, rief er, man vereinigt Meere;wenn man diese Flüsse verbände, hier einenKanal zöge, dort noch einen, das wäre dochunsrer Fürsten noch würdig, denn so hätte manDeutschland durch eine herliche Eisbahn verei-nigt. Er hat Geseze für den Eislauf gegeben,mir einem Solonischen Ernst. Ueber alles, auchüber seinen Scherz, weis er Würde zu verbrei-ten. Ich verwahre zwei Briefe von ihm füreine Dame geschrieben, die mich zum Kampfherausfoderte — auf ein Paar hölzerne Degen,hochtrozend — wie Longin für die Zenobia schrieb.Andere Briefe besize ich wenig von diesem lie-ben sofistischen Nicht schreibet. Ich ließe gernseine Scheingründe gelten, wäre nur ein andresMittel bekant, seiner abwesenden Freunde zugenießen. Aber die Noth ist erfinderisch. Vieleseiner Freunde werden ihm nun vierteljährlichihre Briefe durch einen Notar einhändigen las-sen, der dann jedes Work von ihm auffängt,und ein Instrument drüber verfertigt. WollenSie mir auch Ihre Vollmacht einschicken?
In seiner schweren Geistesarbeit wird Klop-stock durch keinen Einbruch, keine Ueberraschunggestört. Ich hab' ihn, als er Hermanns Schlachtund manche seiner Oden dichtete, zu allen Stun-den des Tagtz und der Nacht überfallen. Nieward er mürrisch; ja es schien, als wenn er sichgern durch eine leichtere Unterhaltung erholte.
Klopstock ist dunkel. Tellow hat ihn gründ-lich vertheidigt. Grabt in der Mine, so findetihr Gold: oder wann euch das zu mühsam wird,so lest Ueberfezungen von Junker, oder Collier'sKubachiade. Freilich feilt er so emsig die Sprache,schneidet so streng den Ucberfluß weg, wägt soempfindlich dem Vers und dem Inhalt Lonlaut,Zeitmaaß und Wortlaut zu, schöpft so anhäng-lich aus der Gegenwart Eindruck, daß es sogemächlich nicht angeht, alle Nüanzen seinerDarstellung zu haschen. Ost schreibt er nurdas lezte Glied einer langen Gedankenreihe hm,
und man muß mit seines Geistes Sitte vertrautsein, wen» man ihm sicher zurückfolgcn will.Wer mit ihm gelebt hat, versteht ihn leichter,weil er mehr als einen Faden hält, der ihn5 durch seine Schöpfungen führt; und darum istes nüzlich und gut, daß jezt schon Tellow seineOden kommcntirt.
Kon Klopstock's poetischer Ordnung, vonseinem Goufre, der Schriften verschlingt und10 wieder auswirft — Oisjsota membra postas —ließe sich noch manches erzählen; aber Ehre,dem Ehre gebührt: ich habe Klopstocks Papiereeinst in lauter goldenen Umschlägen gekant,zierlich auf seinem Schreibtisch geordnet, wie15 die Briefe eines Stuzers; und das nenne ichdie goldene Zeit seines Archivs. Sie währteganzer acht Tage lang; und wer die Epochezu erneuern Lust hat, darf ihm nur seine Ge-dichte in Goldpapier zuschicken.
20 Eins ist mir leid - daß Tellow der un-reinlichen Kaste gewisser Rezensenten erwähnt.Ich finde nirgends, daß man den Virgil gegennamenlose Schwäzer vertheidigt hat. Wennirgend ein Bube Montesquieus Namen an den25 Pranger gckreidet hätte, würde darum der Mannund sein Werk weniger ehrwürdig bleiben? Esist freilich lächerlich, wann die Nazion einenSchriftsteller gerichtet hat, daß sich ein Quidamhinsezt und erzählt, wie es der besagte Autor30 hätte einrichten müssen, um ihm, dem Kost-gänger eines Buchladens, zu . gefallen; aber dochist es ein bitteres Brod. Ich muß dergleichenthun, sagte Freron, denn ich muß leben; joneu vois pa8 la nöeossilv, antwortete der35 Lieutenant de Police. So oft man Zachariäein Stambuch überreichte, beugte er sich tiefvor dem Besizer: denn es kan sich treffen, sagteer, daß ich vor meinem Richter stehe. Ich redenicht von der Berliner Bibliothek: dieses Werk40 enthält Männerarbeit, wann sich auch gleichein seichtes Blättchen über Klopstock und anderemit einschlich. Rezension ist dort oft nur derFaden, worauf ächte Perlen gereiht sind. Künf-tig etwas über Klopstocks Lieblingsideen, Bru-45 tus, Freiheit, Baterlandsstolz, unsre Sprache.Ich denke darüber nicht mit ihm einig. Gleich-heit der Grundsäze verbindet Freunde, aberGleichheit der Meinungen nicht- Mannigfal-tigkeit ist das Gcse; der Natur. Ich wieder-50 hole, was ich irgendwo gesagt habe: es läßtsich streiten, ob wir in einer Welt ohne Zwei-fel und Jrlhum glücklicher wären.