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Johannes von Müller.
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aus den Willen des großen Karls. Also ihrallein, ihr habt wider ihn ausgehalten. Dasgefällt ihm; er ehrt euch. Nur aufs äußerstetreibt es nicht. Jetzt eben ist der Augenblick— (wenn er ergrimmt, so ist kein Mensch fä-hig, ihn zurückzubringen) aber er sprach beiTafel mit Bewunderung von euch: da habenwir alle gebeten; und so hat er mir erlaubt,euch freyen Abzug anzubieten. Es ist eineGnade. Er dachte, sie werde mir von eucheinige Belohnung erwerben; ich bin euer Hei-land, euer Lebensretter." »Wohl," sagte Mül-ler, „wie hat euer Herzog zu Brie Wort ge-halten?" »Dawaren," meinteRonchant, »weitandere Umstände, die ihn aufgebracht hatten.Jetzt — bedenkt, ich bin Edelmann; wollte ichauf meine Seele euer Blut, aus mein Geschlechtdie Schande eines Verräthers nehmen! Daseinzige — ich muß eilen — bedenkt, was ihrthut." In der Besatzung waren einige durchDirnen, welche aus der Stadt auf die Burgzu kommen pflegten, etwas Burgundisch ge-worden ; diese Weiber waren die Pest ihrermilitärischen Tugend. Es wurde den Haupt-leuten zugeredet; Wyler fand klug, den Augen-blick zu benutzen/ »Wie würde der HerzogKarl von Burgund seine fürstliche Ehre durcheinen Wortbruch beflecken! Unser Freund Ron-chant, ein welkerfahrner Mann, würde sich nichtmißbrauchen lassen- Wie würde er von unsGeld nehmen, wenn er uns verderben wollte!"Es glückte dem Hauptmann Wyler, daß Müllerüberstimmt wurde-.
Also, nachdem sie den Vermittler mit hun-dert Gulden beschenkt, gingen sie getrost vonder Burg. Sobald sie in das Lager gekommen,wurden sie, zu zehn, zu zwanzig, an Strickegebunden, und als die überlisteten Schweizer,mit vielem Spott auf Trotz und Dummheit,durchgeführt. »Was sind das für Leute?"fragte bei ihrem Anblick der Herzog. Bon Ron-chant wollte er nichts wissen. Da kamen dievon Stäsis, die von Jverdun vertriebenen, umRache, und, nebst Ronchant, der Graf Jakobvon Romont, zu zeigen, daß Ein Schrecken alleThore der Städte und Schlösser öffnen werde.»Der Krieg ohne Schonung sey der schnellste,siegreichste." Dieser Grundsatz ist nach desFeindes Gemüthsart, unnütz oder höchst gefähr-lich: jenes bei Nichlswürdigcn, welche alleshiederwirft, letzteres bei Männern, die er un-überwindbar macht, selbst bei mittelmäßigen,die er zu den Entschlüssen der Verzweiflunganfeuert. Der Herzog übergab die Männerdem Generalprofosen. Die meisten wurdenhüt Wyler noch denselben Tag, meist ganz ent-"ieidet, an Bäume gehangen; Hanns Müllerand die übrigen früh des folgenden Morgensah langen Stricken durch den See geschwemmt,dls jeder den Geist aufgab. Nachdem das ur-heil gesprochen worden, meinte Ronchant seineSchande durch die Erinnerung eines Processes»u bedecken, den er einst in der Schweiz ver-do^"' schwiegen; keiner warf dem andernö Unglück vor; sie starben mit einer Ruhe,eiche dem Feind schreckbar schien. Es war
letzte Tag der Ehre Karls und seines Glücks.NRegierung von Bern, damals in der°lh immer am größten, fürchtete den Feind
nicht; sorgfältig wachte sie, bei ihrem eigenenVolk ruhige Haltung zu behaupten, ihn, denHerzog, bei den Täuschungen seines Uebermutheszu lassen. Als Philipp, Sohn des Markgrafen,durch ein Gerücht beschuldigt wurde, bei Ron-chants abscheulichem Werk mitgewirkt zu haben,war die erste Sorge, den alten Vater, welchervor der Stadt in dem Lombacher Thurm wohnte,durch Bürgerwachen vor dem Volk zu schützen;das Benehmen des Jünglings wurde untersucht;Rudolf warf sein Haus und Land in die Armevon Bern; die Regierung ehrte ihn, und wolltedie Sachen Philipps nicht zu genau wissen.)
(Äauxmarcus.) Den Tag nach jenerErmordung ritt Herzog Karl mit seiner Arcie-ren-Leibgarde und vielen angesehenen Männernvor Vaurmarcus. Diese Burg auf einem ho-hen Felsen beherrschte die von Granson nachNeufchatel führende Straße. ..Ihr Herr, Jo-hann, von dem unechten Zweige des altenStamms Neufchatel, hatte aus der Grafschaftvierzig Mann. Durch eigne Furcht oder durchden jungen Markgrafen verleitet, kam er her-unter und fiel dem Herzog zu Füßen. Erwurde in das Lager gesandt, erwarb Gnadeund kam in Dienste; die Besatzung wurde ent-lassen; die Bewahrung der Burg und benach-barten Höhe dem jungen Ritter Georg vonRosimboz und einigen hundert Schützen ver-baut. Boudry und andere benachbarte Dörferwurden am folgenden Lag von den Eidgenossenbesetzt.
(Marsch der Schweizer.) Sofort nachDiktlingcrs mißlungenem Anschlag für Granson,war der Schultheiß von Scharnachkhal mildemLager bei Murten auf Neufchatel gezogen. Dortfand ihn, den Tag vor dem Unglück, der Bür-germeister Heinrich Göldly von Zürich mit un-gefähr zwey oder dritthalbrausend Mann vonZürich, Baden, Lhurgau und aus den Frcyäm-tern; ein Held, Hanns Waldmann, war beidiesem. Worauf nach wenigen Stunden Peter-mann Rot, Ritter, Bürgermeister von Basel,mir achthundert Mann den vorausgegangenenBüchsen gefolgt, und mit vierhundert Reisigenund zwölf Büchsen Straßburg nicht gesäumt.Abends kamen unter dem berühmten SchultheißHaßfurter (seit mehr als dreißig Jahren an derSpitze der Krieger glänzend) über achtzehnhun-dert Luzerner. An dem Tag, wo Karl dieGarnison morden ließ, kamen über viertausendvon den alten Eidgenossen im Gebirg, vorabzahlreich aus alter Liebe Berns die Mannschaftvon Schwyz unter Jtal Redings Enkel. Esfolgten unter Ulrich Farnbühler, einem an Geistund Muth ausgezeichneten Mann, die von Stadtund Stift St. Gallen und mit dem Bürger-meister Ulrich Trüllerey die Schaffhauser; derLandshauptmann Tanner war mit den Appen-zellern, Hemmann von Eptingen mit den Rei-sigen des Erzherzogs im Anzüge. Die Ver-sammlung, nicht die Stärke noch der Plan,wurde durch vertraute Leute dem jungen Mark-grafen, durch ihn dem Herzog berichtet; sieaber vernahmen mit Ingrimm die Schmachund das Blutbad, nicht ohne Verlegenheit dieunvergleichliche Stellung des Feindes-
Nach der Einnahme von Granson rath-schlagte man bey dem Herzog, ob die Unterwer-
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