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Johannes
seiner Sladt Hanns Waldmann, ihres und desübrigen Volks zu Freyburg Hauptmann. Erschilderte, wie weit schon die Schanzgräber anden Bollwerken gekommen, wie unter der Erdedie Schwerter zusammengetroffen, wie viele 5Thürme niedergeworfen, wie übel alles zer-schossen , wie brennend die Begierde der Bernerzur Schlacht, wie unaufhaltbar nach einemUnglück das allgemeine Verderben, wie unehr-bar wäre, die letzten zu seyn. »Dreymal so 1»stark, als ihr bey Granson ihn sahet, ist nunder Feind: aber er ist unser; unserm Schwert'mag er nicht entrinnen; mit Gott, große Ehrewartet auf uns.« Früh am achtzehnten Junimachten sie sich auf, unter Hannscn Laydenberg 15von der Breitenlandenberg dreykausend Mannvon Zürich; die Lhurgauer, die Sarganser mitihnen, die Aargauer aus Baden, Bremgarten,Mellingen, den Freyämtern, zweytausend führteHerr Ulrich von Hohensax. Schlechte Wege, 20unter beständigem Regen, zogen sie, zwölfMeilen in dritthalb Tagen; so daß nicht weitvon Bern in dem Krauchthal mehr als einervor Müdigkeit Hinsiel. Ganz Bern war inGottesdiensten. Man erwartete stündlich, au- 25genblicklich die Schlacht. Also daß Waldmanndie Ankunft sofort in das Lager melden ließ,Bern aber seiner Mannschaft auch kein Aus-ruhen lassen wollte. Doch Waldmann wußte,was gute physische Beschaffenheit über den Muth 30vermag. Nachdem sie sich durch Nahrung undein paar Stunden Schlaf erfrischt, ließ er,Nachts um zehn Uhr, aufblasen. Die Stadtwar ganz erleuchtet; vor allen Häusern aufTischen mitzunehmende Speisen; die.allerinnig-sten Bitten, Umarmungen, Wünsche; laut er-hob sich Kriegsgesang. Es war eine sehr fin-stere Stacht bei heftigem Regen.
(Schlacht bey Murten.) Der Morgendes zwey und zwanzigsten Brachmonats däm-merte ; das Gewölk schien sich zu verziehen; zuGümmingen hielten sie Frühmette. Nachdemsie sich durch einen guten Trunk gelabt undWaldmann sein Volk gestellt, als nun die Ban-ner zusammengezogen, liefen viele herbey, seinevortreffliche Ordonnanz zu bewundern. Daerwachte in allen vier und dreißigtausenden(Zahl der Schweizer) die Begierde der Schlachtmit solchem Ungestüm, daß das Morgenbrodvon den meisten verschmäht wurde. Die Haupt-leute beschlossen, den Grafen von Romont durchnur einen Theil des Heers und durch die Land-leute vom Jnselgau in Unthätigkeil zu halte»,mit aller Macht aber auf den Herzog loszuge-hen. Die Ordnung machten sie in dem Mur-tener Bannwald; ein Hügel deckte sie noch.
Die Vorhut übernahm Hanns von Hallwyl,Ritter, aus uraltem Aargauer Adel, Bürgervon Bern, in blühendem kraftvollem Alter,Nenner der Menschen und Waffen, in den Krie-gen der Podiebrade, der großen Hunyade ge-bildet; er, mit bloßem Schwert voran; nebenshm von Freyburg Fegeli und Wippingen; umPn die Waldstätte, jene alten, Oberland und)-ntlibuch; auf den Flügel» Reisige, in ZweyDessen unter'Oswald; unter Herzog Renn,Armbrustschützen, lange Spieße, Büchsen. Eswlgte unter Hanns Waldmann der Gewalthaufe"nt allen Zeichen und Bannern sowohl der
Müller.
Eidgenossen als der niedern Vereinigung, inderen Rücksicht Wilhelm Herter, Hauplmannder Straßburger, das Commando mit ihm theilte:tausend lange Spieße, Mordäxte und Hallbar-den waren um die Banner, den Mittelpunkt.Caspar aber von Herlenstein, einer der vor-nehmsten zu Luzern, den die grauen Haare ge-bietender, nicht schwächer machten, befehligtedie Nachhut. Tausend Mann recognoscirten;sie stießen auf die Vorposten.
Der Herzog von Burgund, unaussprechlicherfreut (gestern wollte er den Feind suchen),gab das Zeichen, in Schlachtordnung zu tre-ten. In tiefe Säulen geordnet, stellte er dasFußvolk seines Gcwalthaufens der feindlichenVorhut auf einem Ackerfeld entgegen; auf denFlügeln Reiterey; das Geschütz, vor der Fronte,war bedeckt von einem Grünhaag, der nur fürvier Pferde Zugang ließ und einen Graben vorsich hatte. Der ganze Himmel wurde vonschweren Wolken dunkel, es regnete nun stark.Bey den Eidgenossen wurde der ungestümeMuth von den Hauplleuten, bis die Zeit ge-kommen sey, verschiedentlich aufgehalten. Zu-erst, noch im Wald, wurde dem Herzog vonLothringen, den vornehmsten Hauptleuten, und,ohne Rücksicht auf die Geburt, sehr vielen wür-digen Kriegern von den Grafen von Thicrsteinund Oettingen und Wilhelmen Herter die Rit-terschaft gegeben; die Umstände nöthigten Hiebeyviel zu übersehen. Da sie auf das Feld kamen,erblickten die schweizerischen Hunde, deren treueWachsamkeit in damaligen Kriegen sehr nützlichschien, die, welche der Feind hielt; jene, vielstärker und wilder, überwältigten diese, welchemit großem Geheul zu ihren Herren flohen;beiderseitigen Kriegern ein nachdenkliches Spiel.
Bey Anblick der Burgunder befahl Hall-wyl Halt; sein Heer umgab ihn; er, mit Froh-sinn ernst, redete und sprach zu ihnen: „BiderbeMänner, Eidgenossen, Bundsgenossen! Hiersind sie vor euch, die Mörder eurer Brüder zuGranson, zu Brie, die über euer Vaterland,eure Weiber und Kinder zu Lausanne das Loos45 geworfen. Ihr habt begehrt , euch zu rächen:hier stehen sie, vor euch. Viele sind ihr. Be-denkt, Eidgenossen, wie viele Feinde unsereVater heute, an diesem nämlichen Tag, vorhundert und sieben und dreißig Jahren in der50 Schlacht bei Laupen darnieder gelegt. DerselbeGott lebt noch, und noch in euch derselbe Muth.Streite jeder, als wäre das ganze Glück desTages, des gemeinen Wesens der Eidgenossenund aller seiner Geliebten in seiner Hand allein.55 Brüder, auf daß der unsern Väkern half, heuteauch mit uns sey, sammelt euch; betet!« Siesielen nieder, breiteten die Arme aus. Indemsie beteten, drang die Sonne durch die Wolkenin ihrer vollen Pracht vor! Schnell der Feld-6« Herr auf, schwenkte hoch sein Schwert und rief:„Biderbe Männer! Gott will uns leuchten;auf! Gedenket eurer Weiber und Kinder. Teut-sche Jünglinge, wollt ihr den Welschen eureGeliebten preis geben?« Nun vorwärts, aber65 nichts überließ der Feldherr wildem Feuer.
Indem er voran rückte, sprengte WilhelmHerter, Hauplmann der Vereinigung, an derEidgenossen Schlachthaufen, mit dem Vorschlag,gegen übermächtigen Angriff der viel zahlrei-