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Johannes von Maller.
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fürstlichen Mannhaftigkeit, und versprachen, denVortrug in Ueberlegung zu ziehen. Der Zweck,durch Begeisterung sie auf Einmal hinzureißen,war verfehlt. Solche Wirkungen der Bered-samkeit sind, selbst im Norden, möglich, aberbey freyen Völkern, oder wenn ein großer, dasGlück meisternder Mann, die Nation mit seinemGeiste zu beleben gewußt.
Also, nichts Gutes ahnend, unmuthsvoll,erschien der Herr in der morgenden Versamm-lung: „Aus einem bessern Land, von einem ed-iern Volk, sey er hinausgekommen, sie von demSpott und von dem Trotz der Schweizer zuretten. Wenn sie das nicht fühlen wollen, sowerde er seinen Sitz in die Niederlande ver-legen. Sie mögen alsdann dem Feind geben,was sie ihrem Herrn versagen, und um das,wofür Ruhm zu haben wäre, Schande kaufen."Nach vielen Vorwürfen von Feigheit und Un-treu gebot er zu reden. Der Sprecher ant-wortete: „Sein großes Gemüth in dem Feuerseines Muthes übersehe die Lage der Sachen;alles möchten sie für ihn thu»; aber — dieBlüthe des Adels, die junge Mannschaft seyzahlreich ausgezogen, und nicht wieder gekom-men. Die Rüstung, die Herstellung habe der-maßen das Mark des Landes gefressen, daß Land-bau, innerer Auswand, Geldvcrkehr, allent-halben aufgehört, und sie nicht verbergen kön-nen, daß Hungertod Menschen hinraffe. Auchsie gedenken seines glocwürdigen Vaters, dessenerster Gedanke Sorge für sein Volk gewesen.Das HauS Burgund sey groß genug, nichtnach fremden Landen zu trachten, und ohneErniedrigung ihre Bitte um Friede zu gewäh-ren. Die Eidgenossenschaft sey nicht länder-süchtig. Für die Landwehre würden sie denRest ihrer Kraft, nur wenige leider, etwa drey-tausend Mann, aufbieten."
Hierauf schrieb er den Präsidenten und Rä-then vom Nieoerland: „Er, der Herzog befindesich wohl und sey rüstig zum Streit. Gegendie Teutschen sey ihm etwas mißlungen; haupt-sächlich durch die Herzlosigkeit seiner Picarden.Ueberhaupt finde er bey Niederland wenig Lbeil-Nahme, Liebe und Ehrgefühl, viele arglistigeMißgunst. ES habe» die oberen burgundischenLande aus das großmüthigste ihre Selbstbewa-chung übernommen, damit er jenseit der Grän-zen den Krieg desto kraftvoller führe. Sie, dieNiederländer, begierig zu thun, was sie wollen,Mißgönnen ihm, über seine Feinde zu siegen.2>etzr, bey seiner Ungnade und strengster Strafe,wolle und befehle er, daß alle Ordonnanzenw'f fiy„, alle Lehen, Afterlchen und waffen-whige Mannschaft, ohne einer auf den andernisi warlen, aufbrechen und ihm vollzählig zu-AWhen, um sein Herzoglhum Lothringen zu^Häupten." Auch sandte er Briefe und Gelddie lombardischcn Hauplleute und Fürsten.
Fürst, im Ausharren groß, aber ausschwei-wnd in den Entwürfen, daher verderblich demund sich selbst.
(Lag zu Freyburg.) In denselbigen^gen saß zu Freyburg im Uechtland, volleWochen, die herrlichste Tagsatzung derg.^Ltnossen; viele Helden der MurienschlachtH^uprer der Orte; die niedrige Vereinigung;<"he des Erzherzogs; der Herzog Renü mit
Kurz, Pros. Lit. II.
seinen Freunden von Leiningen und Bitsch;Gesandte der Kurfürsten von Mainz, Trier,Pfalz; die Bischöfe von Basel, Straßburg,Genf, Wallis, Grenoble, der Graf zu Greverz,
'S die Großen Savoyens, und, hervorleuchtend,Ludwig, Bastard von Bourbon, Admiral vonFrankreich und Botschafter des Königs, dessenEidam und Vertrauter er war.
Der König, nuy offener, da er sicher schien,16 bezeugte Bewunderung, Freude und den Wunsch,die Helden'persönlich zu kennen. Im übrigenwünschte er, den Herzog zu vernichten, undversprach, wenn die Eidgenossen in Burgundfallen, die Niederlande zu überziehen; vorerst15 bewies er die Nothwendigkeit, Genf, den Schlüs-sel der Schweiz, zu besetzen. Ganz anders eineBotschaft von den Ständen Burgunds; diesesuchten eine Friedenshandlung. Dringender nochbat Bischof Johann Ludwig mir allen Bevoll-20 mächrigren Savoyens, von den Franzosen un-terstützt, für die Waadt, Genf, den Friedendes Herzogthums. Hoch lag den SchweizernRene um Hülfe zu Wiedereinnähme Lothrin-gens an. Kur Trier, Kur Mainz und swohl-25 bekannt Bubenbergen und Dießbachs der sieg-reiche pfälzische Friedrich wollten mit der Schweizin Vereinigung treten- Erzherzog Sigmund' suchte, durch sie den Besitz von Sonnenbergsich zu sichern; Freyburg, Biet, den ewige»30 Bünden sich anzuschmiegen. Mannichfalliq wa-ren die Absichten, da Bern Ruhm und Herr-schaft, andere Zurückgezogenheic und Ruhe mehrliebten.
Durch Vernichtung des Hauses Burgund35 alle Macht im West an Frankreich zu bringen,hielt, wohl mit Mehreren, Bubcnbcrg für Un-verstand, und mochte die Verblendung beseufzen,mit welcher Karl in das letzte Unglück rannte.Es rieth wohl dieser und jener, da nichts von§0 Karl zu hoffen wäre, sein Ende zu beschleuni-gen. Dennoch wurde zwar den Ständen derKriedenStag, als ohne Vollmacht unnütz, abge-sagt, aber auch der Einfall, den der Königvorschlug, abgelehnt. Selbst in Betreff der45 Gelounterstützung hatte der König nicht Wortgehalten. Also wurde die Erschöpfung derMit-rel, nebst Ungewißheit der feindlichen Bewe-gungen angeführt, im übrigen seiner Weisheitsowohl der Einfall in Flandern als die Bese-lig tzung von Genf heimgestcllt; nähere Abrede aufdie Gesandtschaft ausgesetzt, die er verlangthatte.
Dem Herzog von Lothringen wurde der besteWille, , und nur die Unmöglichkeit vorgestellt,55 jetzt.noch, da Karl eine dritte Unternehmungdrohe, die Mannschaft nach Lothringen zu sen-den; das versprechen sie treulich, und urkund-lich, ohne ihn, den treuen Genossen der Mur-tenschlachr, keinen Frieden zu machen, und so-.60 bald sich die Gefahr von ihren Gränzen ent-ferne, ihrem Volk seinen Dienst zu erlauben.In der Tchal^ war das Bischofbaselsche so beun-ruhiget von Streifparteyen, daß ein Versuch vondort her nicht unwahrscheinlich seyn mochte.
65 Als der Admiral Savoye» angelegentlich zumFrieden empfahl, stellten besonoers die Beinervor, durch wie viele Gesandtschaften sie dieHerzogin vor dem Durchpaß der Italiener ge-warnt; wie nach vielen schönen Worten und
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