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Johannes von Müller.
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unhaltbaren Entschuldigungen sie denselben dasLand geöffnet; aber auch Burkarden Stör, dender Papst und Bern unterstützte, habe sie ver-tragswidrig an Besitznahme des Hochstists Lau-sanne gehindert: in Wahrheit sey dieser Hofein Hauprursächer des Kriegs; er muffe ge-straft werden; für die Beleidigung wolle mandie Genugthuung sich vorbehalten; für die Kriegs-kosten sich mit der Waadt, Genf und Chablaisbegnügen. Johann Ludwig und alle Bevoll-mächtigten Savoyens baten, die Fehler derMutter und des Oheims iRomont) dem eilf-jährigen Herzog, dem unschuldigen Lande undhartgestraften Volke nicht entgelten zu lassen.Da wurde viel der alten Freundschaft aus GrafPeters Zeit und von den erste» Anfängen Berns,viel der oft erneuerten Bünde und nützlichenBeysammenhalkens, auch der künftig vorstehen-den Zeiten gedacht. Nicht nur sprach der Ad-miral; auch (um die obern Lande möglichst zubefrieden) sehr eifrig Herzog Ren», und imNamen Oestreichs, aber mir persönlicher Kraft,Wilhelm Herter, viele alte Freunde, edle Theil-nehmer; damals war Gefühl für das Unglückeines allberühmten Hausetz. Und Bern, fürLanderwerb nicht unempfindlich, hielt Ehre undFreundschaft gleichwohl noch höher. Sie über-ließen die Vermittlung dem französischen Bot-schafter, Herzogen Ren», dem Grafen vonGrcyerz (gemeiniglich groß am savoyischen Hofe)und Wilhelmen Herter, dem edlen Ritter.
„Die Stadt Genf stellt Bürgen, in dreiZiclern die vorjährige Brandschatzung, jenevier und zwanzigtausend Gulden, zu entrichten.Das romanische Land, genannt Waadt, wird,wie Graf Romont es innegehabt (mit Aus-nahme Murlens und einiger andern für Bernund Frehburg wichtigen Gegenden, HerzogenPhilibert von Savoyen von den Eidgenossenzurückgegeben, alsobald nachdem er an Kriegs-kosten fünfzigtausend Gulden bezahlt habenwird. Nie soll Graf Jakob von Romont, nieein anderer als der oberste Regent von Savoyen,die Waadt beherrschen. Es ist Friede, Handelund Wandel, der Gang des Rechts, hergestelltund wechselweise nie einem Feind Paß zu geben."Jene unscheinbarliche Abtretung brachte die Wer-ner in mehrfache und unmittelbare Verbindungmit den größten westhelvetischen Seen; sofort,nach ihrer Art, bemächtigten sie sich der Her-zen des Volks.
Die Verbindung mit den geistlichen Kur-fürsten wurde, der Entfernung wegen, abge-lehnt; die Uebcrlegung der pfälzischen einemandern Tag vorbehalten .Erzherzogen Sig-mund, welcher Graf Eberharden, Truchfessenvon Waldburg, die Grafschaft Sonnenberg nichtkfvrt bezahlen konnte, versprachen sie Fürwort.Freyburg, welche Stadt mit fast voller Frey-7 ^" i""»er doch unter Savoyen war, möge sichcn ehren Geschäften an die schweizerischen Städtehalten; die Länder waren unqeneigt, mehrStädte in - ' - - ^
. ewigen Bund aufzunehmen.
Gesandtschaft nach Frankreich.)
Alsdann bald machten sie sich auf, mit Hadrianvon Bubenberg, alle Feldhauptlcuke des Tagesbei Murlen, zu König Ludwig dem Eilftcn,welcher sich m seiner liebsten Residenz zu Ples-fis-le-Tours aufhielt. Empfangen wurden sie
als die, welchen er die Sicherheit seines Thro-nes dankte, und deren tapfere Treue er zueiner immerwährenden Stütze und Wache derPerson und Gewalt französischer Könige zu5 machen vorhatte. Ihre gerade biedere Treu-herzigkeit gefiel dem klugen König. Viel fragteer um die Siege, fing immer wieder an vonder Beute, von der schmählichen Flucht, ließvielmal sich erklären, wie Hadrian mit so we-ll) nigen das kleine Murten gegen alle Macht vonBurgund behauptet. Auf dieses wurden sie vondem Admiral (er kannte das Vaterland), vondem Hause Bourbon (nicht ahnend, was ihreEnkel ihm seyn würden), von dem ganzen Hof,15 nach des Königs Beyspiel empfangen. Hier fandensie den Genfer Bischof, die savoyische Herzogin.
(Iolanta.) In jener Noth, als Gefan-gene Karls, den sie unerbittlich fand, hattesie beschlossen, den König, ihren nie geliebten20 Bruder, um Rettung zu bitten, und sandte,da sie nicht schreiben durfte, einen Secrelärmit dem Ring, den er ihr weiland beym Ab-schiede geschenkt; der Secrelär wurde als einSpion, der den Ring gestohlen, verhaftet. Sie25 sandte hierauf den treuen. Rivarol; das LandSavoyen bat auch für sie. Da erklärte Lud-wig , „die Schwester nie zu verlassen, wenn siemir ihm seyn wolle, so soll sie gerettet werden."Sie (sie kannten sich) versprach; nicht unbedingt;gg „er solle nur auch versprechen, sie wieder inihr Land und in ihre Gewalt kommen zu lassen."Es mißfiel ihm nicht. Also sandte er Bouchage,seinen Vertrauten, mit Karl» von AmbosseChaumont, dem Gouverneur von Champagne,55 und dreyhundert Lanzen, sie aus Burgund ab-zuholen- Sie wurde von den Franzosen alsdes Königs Schwester, von ihm am Eingängedes Palastes mir einem scherzhaften Verweiseempfangen. Beyde wußten, was sie an einan-4« der hatten; sie blieb nicht allzu lange; versöhnewaren sie für immer. Den Gesandten der Eid-genossen redete sie sehr zu Gemüthe, alles Ge-schehene für die vorige Freundschaft vergessenezu wollen. In dem Auftrag der Gesandtschss"45 war ohnedem die völlige Ausgleichung und e>»Fürwort um ein Gelddarlehn für Savoyen-Im übrigen bestand Ludwig (nicht univech^lich für sich) auf Karls Vernichtung; dreiMtausend Mann, deren Sold, zu fünf Sech '5l> theilen, er auf sich nehme, möchte die Schw °nach Lothringen senden; er mit Frankreichganzer Macht werde den Feind von allen Sten angreifen. Ueber die Zahlung wurde neinigem, nicht eben anständigen Wortwcch!55 der königlichen Räthe eine bescheidene Ue°cinkunft verabredet, und, was unanneh>n ^seyn mochte, bey dem Abschied vergütet. A veiner baaren Summe für die Städte nndder, und Entschädigung der Gesandrschaftsk > ^60 gab der König jedem an Silberzeug ein -v ^mal dieser Tage: Hadrianen von Bubenaus Achtung, und weil er versuchen woure^ganz zu fesseln, seinen damals größ"», ;St. Michaels - Orden , und fünf- oder zey> ^65 so viel Silberzeug, als den andern-ganzen Rückreise, je näher den Gränzen,Gens und von dem Gensischen Grasen, zu ^sberu von Philiberts Hof, wurden sie nehrerbietigste empfangen.