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Johannes von Müller.
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Uebrigens, wie gemeiniglich von dem Volkin Kriegen das Meiste vortrefflich, von denHerren auf Lagen vieles verkehrt und kleinlich,so ist auch damals die Theilung der Beute, dieHerrschaft über Murten, das Bündniß mitFreyburg anders behandelt worden, als in sogroßen Zeiten ziemlich war. Die Schweizer,Helden in der Noch, sind sonst ein haushälte-risches heimathliches Volk. Doch vermochte we-der der König einen Angriffskrieg, noch dieseoder jene Macht vorschnellen Frieden zu be-wirken.
(Ungarn.) Matthias, König der Ungarn,des großen Hunyad großer Sohn, in dessenTürkenkriegen Hanns von Hallwyl siegen ge-lernt, dessen glanzvoller Hof auch schweizeri-sche Edle gebildet und dem ihr Glück, wegenOestreich, nie gleichgültig war, ließ durch Georgvon Stein, den Berner, Vermittlung mitBurgund antragen. Diese suchte auch Sirius,ein einsichtsvoller Papst, selbst Kaiser Friedrich,durch den gewissermaßen der Krieg entstand.Beyde Häupter der Christenheit beglaubigtenden Legat Alexander, Bischof zu Forli; Wil-helm Herter bahnte ihm den Weg. Die Eid-genossen begehrten die Herstellung des Herzogsvon Lothringen. Aber ihnen ließ Karl Friedeanbieten, von Rens wollte er nicht hören.
(Von dem Herzog.) Nachdem der Her-zog den Rest seines Heers wieder gesammelt,hatte er, von neuem die Schweizer bedrohend,eine Hauptmusterung zu Riviere vorgenommen.Hier hörte er mit gleichem Unwillen, daß dieNiederländischen Stände neuer Opfer sich wei-gern und ihren Rath ihm geben wollen, unddaß Herzog Rens mit siebentausend Lothrin-gern und achttausend Mann seiner teutschenBundsgenossen, unterstützt vom König, dengrößern Theil des Landes wieder erobert, sodaß die Hauptstadt Nancy durch Johann vonRubemprs mühsam noch behauptet werde. Daließ er in der Schweiz abgedachten Separat-frieden versuchen, und begab sich, so stark alser vermochte, nach Lothringen. Kleiner Kriegwar auf den Gränzen, da bald in Hochbur-gund ein Städtchen zerstört, bald von denBurgundern die Ruhe der Hirten von Locleund Lalengin gestört wurde. Diese, von denEinwohnern der zerstreuten Hütten im Sagne-lhal unterstützt, warfen den Feind in die Nie-derungen des Flusses Doubs. Schon hattendie nächsten Ländchen im Schutz der BernerSicherheit gesucht. Als die Gesinnung desLandtages von Salins bekannt wurde, verbo-gn hie Berner, dem unschuldigen LandmannÜr„ep Leid anzuthun. In Mümpelgard, im^unhgau, wurde das Spiel, für die Teutschendvrrhejihast, fortgesetzt. So sehr Karl sich an-sengte, drey Tage vor seiner Ankunft ging's Stadt Naney verloren; durch BerrätyereyMnes Vertrautesten.
(Von Campobasso ) Graf Cola Cam-^dasso, aus den Bergen des Landes Molisc,'°ar Enkel des gleichbenannten Grafen, welcherNter den Feldhaupkleuten des NeapolitanischenHonigs Ladislas von Anjou geglänzt, und einohn Karls, dem seine Kühnheit, außeror-h!"üche Klugheit, Schönheit und Gewandl-" die ganze Liebe und das Zutrauen des Nea-
politanischen Königs Alfonso von Aragonienerworben hatte. Ihm selbst, von Jugend aufeinem vorzüglichen Kriegsmann, mißfiel der Hofdes Don Fernando, Nachfolgers Königs Alfon-5 sen, Vaters Prinz Friedrichs, den wir in die-sen Kriegen gesehen. So widmete er sich demHause Anjou; nicht wie sein Großvater jenemKönigsgeschlechc, sondern Litularkönigen, welchefür den Thron, dessen sie wohl würdig waren,1» ihren Reichthum und Muth vergeblich verschwen-deten. Damals lebte der alte König Rens inder Provence, dessen angenehme Sitten obenerwähnt worden; er überlebte seinen tapfernSohn, Johann, der von Calabrien hieß, durch15 seine Mutter zu Lothringen Herzog war, undseinen hoffnungsvollen Enkel, Herzog Nicolas,der um die burgundische Erbtochtcr gebuhlt.Nach derselben Tod verschmähele Campobassoden friedlichen Hof in Provence, und den jun-20 gen Rens, dem Lothringen zufiel, und welcherteutsche Krieger vorzog, für die unternehmendeLaufbahn Karls von Burgund, welcher diesenzu vertreiben, und jenen zu erben gedachte.Karl, welcher die strategischen Künste und die25 ganze Manier der italienischen Hauptleute un-gemein schätzte, empfing ihn mit größter Aus-zeichnung, schenkte ihm sein Vertrauen, gabihm für die Werbung und Rüstung vierhundertvortrefflicher Krieger, die er in Italien selbst3g wählen sollte, vierzigtausend Ducaten und setztehunderttausend Pfund für seinen und ihrenjährlichen Unterhalt. Dennoch, sey es, daßKarls herrische Manier und Unlenksamkcit ihnbeleidigte, oder daß er nach seiner Klugheit35 schlechte» Ausgang vorsah, oder daß bey Ver-treibung des jungen Rens die Erinnerung ver-güten Tage bey dessen Großvater und Ver-wandten ihn rührete, Campobasso faßte keinHerz zu Karl. Schon vor dem Krieg, da er40 nach Italien zog, ließ er durch einen italieni-schen Arzt seine Dienste dem König antragen;so nämlich, daß, wenn Ludwig ihm hundert-tausend Kronen ausbezahle, eine Grafschaftschenke und seine Compagnie in Sold nehme,45 er den Herzog im Treffen zu verlassen oderumzubringen sich verbinde. Indeß der Doktordieses gelegentlich vorbringen sollte, that er zuTurin dem französischen Gesandten gleiche Er-öffnung. Hierauf leistete er dem Herzog bey50 der Einnahme von Lausanne wesentliche Dienste.Um diese Zeit sah er den König. Mehrere vondem burgundischen Hof hatte Ludwig in seineDienste genommen. Campobasso mißfiel. Er-würbe mir Hoffnungen entlassen, sein Antrag55 aber dem burgundischen Gesandten mitgetheilt-in der Absicht, wenn Karl es glaube, diesen- übrigens geschickten Man» und seine» Anhangunter den Italienern ihm zu entziehen, undwenn er es nicht glaube, durch eine an sich60 edle Handlung seinen Untergang zu beschleuni-gen. Campobasso, in der That, konnte beyKarl nicht besser empfohlen werden; von deman hielt er ihn für den treuesten, wichtigstenseiner Diener, um welchen der König ihn be-t>5 sonders beneide. Von dem an hatte nur Cam-pobaffo freyen Zutritt. Nach dem großen Ver-lust bei Granson, als einiger Aufschub, einigeBeschränkung der hohen Zahlungen eintretenmußte, mochte Campobasso sich zu freyen Vor-