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Johannes von Müller.
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kosten vierzigtausend Gulden urkundet, und, imFall sein Feind nach Eroberung seines Landesin Elsaß käme, wir unentgeldlich ausziehenmüßten, so soll in allen Kirchen verkündigetwerden, daß ' die Mannschaft waffne, für ihnaufzubrechen, und ergehen Mahnungen an Abtund Stadt St. Gallen, das Land Appenzell,die Städte Schaffhausen undRothwyl, die gemei-nen Herrschaften; Wirtemberg hilft mit reisi-gem Zeug; die Herren der Bereinigung liefernfreien Markt.« Hierauf wurden dem gemeinenKrieger fünftehalb, dem Doppelsöldner achtGulden Sold bestimmt.
(Hülfe.) Sechstausend Mann hatte Renöbegehrt; über achttausend stellten sich, in derFreude des Volks; lausend junge Knaben muß-ten mir Gewalt zurückgehalten werden. Vorauserschien bald, mit sechszehnhundert Zürichern,Hanns Waldmann: die Berner führte Brandolfvon Stein, den wir zu Granson und Jverdunsahen. So gestärkt, machte unter WilhelmHerter die niedere Vereinigung sich auf. Indenselbigen Lagen rannte der eiserne Picardeaus Nancy nach Zürich, dem Herzog anzusa-gen, daß, nachdem viele Versuche der Verpro-viantirung mißlungen, schon das Fleisch derPferde und Hausthierc verzehrt werde. Ren«sogleich nach Basel. Dahin floß das Volk zu-sammen. Als der Herzog den Anzug Wald-manns vernahm, eilte er ihm entgegen, sprangvon, Pferd und führte ihn bis an die Stadt.Für die ersten Auslagen ließ «der König jedemKrieger einen Goldgulden gebe». Auch dieEidgenossen machten Aufopferungen. In allemVolk war ausgelassene Freudigkeit: Urban vonMuhleren, Venner von Bern, von LuzernHaßfurler, dcr alte ritterliche Schultheiß, Al-di» von Siuinen und der Schultheiß Krämer,viele kriegsfreudige Helden, eilten freywillig zudieser Lust. Es trug sich zu, daß, in des Her-ßvgs Abwesenheit (an diesem Tag rieth ihm derSterndeuter einen Ritt nach Blozheim) zweymit Kricgsvolk beladene Schiffe über dem Un-gestüm der Männer auf dem Rhein untergingenund kaum wenige und eine der Lustdirnen ent-kam; hiedurch wurden viele auf einige Zeit ern-ster gestimmt. An dem nächsten Zahlungstagefehlten dem Herzog zwölfhundert Gulden, welche,geliehen zu bekommen, Graf Oswald von Thier-stein seine zwey Söhne zu Geißeln gab. Ihn,von Erzherzog Sigmund in Ungnade ent-asten, hatte der Herzog als Marschall in Dienstegenommen. Bey dem Aufbruch lief ein guterlothringer von Basel nach Näncy; was seiti^ifron keiner versucht, er kam als Holzträgerü> die Stadt; ehe er die Nachricht sagte, rannte" in die Kirche,'zum Dank; hierauf erfreute" ganz Nancy. .
(Marsch nach Nancy.) Nach der Messe,vm Weihnachtstag, zogen sie aus. Zu Bloz-N>m begegneten sie dem Herzog Rena, der zuvvß, gleich einem aus ihnen, die Hallbardeuf der Achsel, mir ihnen zog. Da gab ers "m FLHudrich ein Goldstück. Er selbst halte. ^hundert Pferde; das Heer war fünfzehn-Mann stark. Die Witterung außer-^ "Eich kalt; an Lcbensmitteln Mangel; dochzvas Heer vertragsmäßig nach Möglich-verpflcgr; Murhwille von ihm an den Ju-
den verübt. So über Ensi'sheim, Colmar,Schlettstatt, Ortenburg vorbey, das Wylerthalhinauf, Über die Wasgauer Firsten, da sahRenö sein Land; der Himmel war ungemein5 heiter; bald hinab an die Meurthe. Die Lo-thringer haben ihre Fürsten immer geliebt; wiefreute sich, wer zu St. Diez den Schweif desPferdes des wiederkommenden Herrn berührte.Das Heer nach Lüneville. In diesem Nacht-10 lager erreichte sie Haßfurter mit seinen Freun-den. Die Krieger traten zusammen; der Heldredete. Viele Erinnerung an Murten; wie sieden Herzog dort streiten gesehen; von der Men-schen Pflicht, von Freundschaft, vom Sieg15 über den zweimal geschlagenen Feind. So daßder fürstliche Jüngling, in der innigsten Bewe-gung seines Gemüthes, aufsprang , die Waffen-gefährten umarmte; sich selbst, sein Land, seinVolk, mit entzündenden Worten dem Heer em«20 pfähl. Nachdem die Posten ausgestellt, undHunger und Durst, nicht im Unmaße, gestilltworden, legten sich die Krieger zur Ruhe.
Der Anzug eines schon an Zahl überlegenenHeeres der Sieger von Granson und Murren25 wurde dem burgundischcn möglichst verborgen.Sehr gering war dieses und schlecht, finster wiedas Gemüth Karls, leidend von Krankheiten,in Mangel, ohne Geld, noch Muth, von Cam-pobasso verrathen, treu an sich. Der Zustand3 g wurde dem Herzog vorgestellt; er in seinemGrimm; „Und sollte ich allein hervortreten:mit dem Jungen Son Lothringen mache ich nieFriede; ihr aber, ihr seyd lauter Laudcmonts.«In jener fürchterlichen Weihnachtskälte ersro-35 ren einige hundert Mann und Pferde; da brachdie Geduld, so daß man ihm fluchte; einigeverließen ihn. Der portugiesische König Alfonsokam zur Vermittlung in das Lager; Karl wareinziger Sohn der Schwester seines Vaters;40 der vorstehende Untergang des Hauses Burgundwar niemand gleichgültig. Karl erwiederte:„Ob er übernehmen wolle, Pont-ä - Mouffonwider die Lothringer zu behaupten?« Da über-zeugte sich Alfonso, daß sein Aufenthalt unnütz45 wäre.
Die anziehenden Schaaren, durch Nacht-ruhe gestärkt, setzten sich in Marsch nach demblühenden Wallfahrtsorte St. Riklaus zu Wa-rengcville. Gesehen wurden sie von den Reit-50 knechten, welche mit den Pferden hinter demHeer auf Dörfern lagen. Die wenigen Bur-gunder, welche Karl, nichts erwartend, auf demwichtigen Posten hatte, flohen oder verbargensich. Doch die meisten sielen durch das Schwert,55 oder wurden in die Meurthe gesprengt odervon dem Kirchthurm in die unten aufgepflanz-ten Spieße geworfen, oder, weil der Herzogjene zu Granson bewiesene Grausamkeit an sehrtapfern Teutschen unlängst erneuert harte, an60 Bäume gehangen. JSie, die Heranziehenden,versorgten sich mit speise und lagen still.
(ßrriegsrath.) Der Herzog von Bur-gund versammelte einen Kriegsrath. „Sie sindwieder da, die schlechten Kerls; die seelenlosen65 Fleischmaffen, von Trunk und Fraß aufge-dunsen, sind hieher gewandelt; was meint ihr?«Außer Eampobasso waren die meisten Haupt-lcute^>er Meinung, „daß die Berproviantirungder sotadt Nancy das einzige unvermeidliche