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Job an» Gcorg Förster.
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nicht zu zweifeln, daß Privatlcidenschafien ein-zelner Menschen hier so gut, wie bey einerjeden Revolution, im Spiele gewesen sind. DasWenige, was wir aus der alten Geschichtewissen, läßt uns die kleinen Triebfedern somancher großen Veränderung in Athen undin Rom noch jetzt erkennen, und lehrt uns,zwischen diesen und der allgemeinen Neigungsowohl, als dem allgemeinen Bedürfnisse zueiner Revolution, ohne welche sie nicht wirkenkönnen, genau zu unterscheiden. Die äußerstkritische Lage der Lüttichcr wäre in diesem Au-genblicke noch ungleich bedenklicher, wenn einsolches Bedürfniß und ein lebhaftes Gefühl vonunerträglichen Lasten sie nicht wirklich zu einemgemeinschaftlichen Zwecke verbände, wenn nurPartcygeist und Privalhaß das Volk ohne hin-reichende Ursache in der Bewegung zu erhaltensuchten, die es sich einmal gegeben hat. DasSchicksal von Lültich hängt zu fest an demSchicksale Deutschlands, um sich davon absondernzu lassen, und das Interesse der Nachbarn wirdes nicht leiden, daß die Lüttichcr ihre Sacheallein ausfechtcn dürfen. Unser bisheriger Stand-punkt war überhaupt für die Politik des Ta-ges viel zu hoch; wir übersahen dort zu viel,unser Horizont halle sich zu sehr erweitertund die kleineren, näheren Gegenstände entzo-gen sich unseren Blicken. Hier unten ist vonallem, was uns dort so klar, so hellglänzendvor Augen schwebte, von den Rechten derMenschheit, der Entwicklung der Geisteskräfte,der sittlichen Vollendung, vor lauter Gewühlder Menschen und ihrer kleinen, eigennützigenBetriebsamkeit wenig oder gar nichts mehr zusehen. „Wie? erinnert nicht der Anblick frem-der Kriegsvölker« - - woran? Doch nichtan den Schutz, den die Großmuth des Mäch-tigen dem Schwachen angedeihen läßt? an dieseltene Freyheicsliebe eines unumschränkten Herr-schers, der die gerechte Lache des Volks gegendie Anmaßungen des Despotismus vertheidiget?an den Patriotismus eines Reichsstands, wo-mit er der Verzweiflung wehrt, daß sie, durchein strenges VerdammungSurlheil gereizt, sichvom deutschen SlaalSsystem nicht losreiße, sichder benachbarten Empörung nicht in die Armewerfe? - oder erinnert uns etwa nichts andie Klugheitöregeln einer in die Zukunft schau-enden und die Zukunft selbst bereitenden Po-litik? an Verkettungen von Begebenheiten inallen Enden von Europa, die es bald erheischenkönnen, dem nahen Brabanc zu Hülse zu eilen,seine Unabhängigkeit zu befestigen, sie durch dieVereinigung mit Lültich zu stärken und dagegenHandelsvortheile und Arrondissemcntszu ärndten?Fast möchte man glauben, diese letzter« An-liiebe lagen näher, wären dem gebieterischenBedürfnis des Augenblicks angemessener und,wenigstens in der Sprache des Staatsmannes,dem Scharfblicke der Kabinette rühmlicher, alsdie Schwärmerey für demokratische Freyheit.
^s individuelle Interesse einesHofeS sich vollkommen mit der Begünstigungder Volkspartey reimen laßt, so zeichnet dieSelbsterhaltung andern einen entgegengesetztenGang der Affairen vor. Mir jedem Eingriffin die Rechte eines geistlichen Fürsten, mir jedemVortheil, den sich der dritte Stand erringt,
mit jedem Schritte. wodurch er sich dem Ka-pitel und dem Adel an die Seite zu stellen undneben ihnen geltend zu machen sucht, wird dieVerfassung geistlicher Wahlstaaten in ihren5 Grundfesten erschüttert und mir einem nahenUmsturz bedrohet. Gesetzt also, das Volk vonLüttich hätte wirklich nur in der Form gefehlt,indem es aus eigener Macht und Gewalt dieUsurpation des Edikts von 1664 aufhob, undIN nicht durch regelmäßige Wahl, sondern imEnthusiasmus des Augenblicks durch eine all-gemeine Akklamation sich selbst neue Magistrals-persone» schuf; so wird doch, wo so viel, jawo alles von Heiligung der Form abhängt, die15 Unregelmäßigkeit der Procedur ihre Aufhebungund Annullirung bewirken müssen. Das preu-ßische Kabinet scheint diese Nothwendigkeit end-lich einzusehen; und weil es weder mit demdeutschen Fürstenbundc brechen, noch auch plötz-20 lieh gegen die Lüttichcr, die es bisher beschützte,Zwangsmittel brauchen mag, zieht es endlichseine Truppen in wenigen Tagen zurück undüberläßt den andern niederrheinischen Fürstendie Ausführung des Wetzlarischcn Erekutions-25 dekrets. Die Kosten einer Exekution, die einso starkes Corps von Truppen erforderte, häu-fen sich zu sehr beträchtlichen Summen an,deren Abbczahlung das Hochstisl mir neuenSchulden belasten wird, wiewohl der König,30 wie es heißt, die eigentlich so genannten Exe-kutionsgeldcr, die sich täglich auf dreizehnhun-dert Thaler belaufen, und worin der Unter-halt der Truppen nicht mit begriffen ist, demarmen Lande großmüthig erlassen hat.
35 Bald dürfte man nunmehr ernsthafterenAuftritten, als den bisherigen, entgegen sehe»-Das Gefühl mag tief erseufzen über die bevor-stehende Verheerung dieses blühenden Landesund die schrecklichen Ungerechtigkeiten, welche40 von jedem feindlichen Ucberzug unzertrennlichsind, Uebel, deren Wirkung unendlich schmerz-hafter ist, als das Unrecht, dem man steuernwill, auf wessen Seite das auch immer ftvtder gesunde Mcnschensinn mag einsehen, das45 wer auch Recht behält, die Entscheidung umalles, was zur wesentlichen Zufriedenheit unPerfektibilität eines jeben Lüttichcrs vom Bischulbis zum Köhler gehört, keinen sichtbaren §M-
fluß habe» werde; die Philosophie mag
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50 theuern, daß auf ihrer Wage gewogen, - .Menschenleben mehr werth sey, heiliger Zeuchzu werden verdiene, als die ganze Rechlsfrug 'worüber man streitet: das zarte Gewissen s^mer Religionsbekenner mag endlich erbeben55 der schrecklichen Verantwortung über daseiner so frivolen Veranlassung vergossene -Rschenblut; so wird doch die Politik, vonFurien des Ehrgeizes und der Selbstsumf
geißelt, beide Parteyen mit Wuth gegen ^m60 der erfüllen, und keine zur Nachgiebigkeit 1men lassen, bis nickst Bürgerblut geflosss"Armes Menschengeschlecht! so spottet »'U"^;-»er, indem man Gefühl und Vernunft,losophie und Religion im Munde ^ihrt ,
65 deine heiligsten Güter, Leben und EndzwLebens, für nichts achtel, sobald es ausdes Rechthaben ankommt! n»t
Das Lüttichcr Volk schon wir jetzt 1 /Eifer zur Gegenwehr rüsten. Alles tr-g