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Friedrich
bermachr Karls V. halle» unKrliegen müssen;ja es leitete seinen Ursprunq bis zu den allenfrisischen Königen hinauf. Stach sehr jung tratLamoral von Egmont in die Kriegsdienstedes Kaisers, und bildete sich in den französi-schen Kriegew dieses Monarchen zum künftigenHelden. 2m I. 1544 vermählte er sich aufdem Sieichstatze zu Speier und im Beisein desKaisers mit Sabina, Pfalzgräsin von Bayern,einer Schwester Johanns, Churfürsten vonder Pfalz, die ihm drei Prinzen und acht Prin-zessinnen gebühr. Zwei Jahre darauf wurdeer auf einem Capitel, das der Kaiser zu Utrechthielt, zum Ritter des goldenen Vließes ge-schlagen.
Der französische Krieg, welcher im I. 1557unter Philipp II. wieder ausbrach, öffnetedem Grafen von Egmont die Bahn zum Ruhm.Emanuel Phi libert. Herzog von Savoyen,der die vereinigte englisch-spanische und nieder-ländische Armee als Generalissimus befehligte,halte St. Quentin in Picardie berennt, undder Connerable von Frankreich rückte mit ei-nem Heer von 30,000 Mann und dem Kerndes französischen Adels herbei, diese Stadt zuentsetzen. Ein lieser Morast trennte die beidenHeere. Es gelang dem französischen Feldherrn,nachdem er das Lager des Herzygs von Sa-voyen beschossen, und diesen genöthigt hatte,seine Stellung zu verlassen, einige hundertMann in die Skadt zu werfen. Weil die spa-nische Armee aber gegen 60,000 Mann, undalso noch einmal so stark war als die seinige, sobegnügte sich der Connetable, die Besatzungvon St. Quentin verstärkt zu haben, in welchesich auch der Admiral Coligny zur Nachtzeitgeworfen und schickte sich deßwegen zum Abzugan- Aber eben dieß fürchtete man im spani-schen Kriegsrath, der in Egmonts Lager ge-halten wurde. Egmont, den seine natürlicheHerzhaftigkeic hinriß, und die schwächere An-zahl des Feindes noch wüthiger machte, stimmtehitzig dafür, den Feind anzugreifen und eineSchlacht zu wage».
Diese Meinung, obgleich von Vielen bestrittcn,behielt die Oberhand. Am lOten August, als amLage des Sr. Laurentius, führte der Herzogdie Armee durch einen engen Paß, der von denFeinden nur schlecht besetzt war zind sogleichverlassen wurde; Egmont mit seinen leichtenReitern voran, ihm folgte der Graf von Hoornmit 1000 schweren Reitern, diesem die deutscheReiterei zu 2000 Pferden unter Anführungder Herzöge Erich und Hcin rich von Braun-schweig ; der Herzog von Savoyen selbst schloßmit dem Fußvolke. Die französische Armee warschon im Abzüge begriffen, Egmont's Rei-terei folgte ihr aber so hitzig, daß sie sie dreiMeilen von St. Quentin noch erreichte. DieNiederländer brachen mit solchem Ungestüm vonallen Seiten in den Feind, daß sie seine vor-dersten Glieder niederwarfen, die Schlachtord-nung trennten, und das ganze Heer in dieFlucht schlugen. Dreitausend Franzosen bliebenauf dem Platz, der Herzog von Bourbon wurdeerschossen, und außer dem Connetable, der ver-wundet vom Pferde geworfen und mir seinenzwei Söhnen gefangen wurde, kamen noch meh-rere aus dem ersten französischen Adel in des
Schüler.
Siegers Gewalt. Das ganze Lager wurde er-obert, und eine große Anzahl Gefangener ge-macht. Um diesem herrlichen Sieg, dem dieEinnahme von St. Quentin auf dem Fuße5 folgte, hatte Egmont das doppelte Verdienst,daß er zur Schlacht gerathen, und daß er siegrößtenlheils selbst gewonnen hatte.
Bald veränderte die Zurückberufung desHerzogs von Guise aus Italien das Kriegs-10 glück und brachte die Waffen der Franzosenwieder empor. Calais wurde durch ihn denEngländern entrissen, eine französische Armeeverheerte Luxemburg, Flandern wurde durchden Marschall von Thermes beunruhigt. Die-15 sein letzter» schickte Philipp den Grafen vonEgmont an der Spitze von 12,000 MannFußvolk und 2000 Pffrdet! entgegen. DerMarschall wollte sich, nachdem er Dünkirchenverbrajint hatte, längs der Küste nach Calais20 zurückziehen, als ihn Egmont am13tenJuly1558, eben als er den kleinen Fluß Ha beiGravelingen passircn wollte, überfiel. Die Fran-zosen, bei 10,000 Mann zu Fuß und 1500zu Pferde stark, empfingen ihn in Schlacht-25 ordnung mit einem mörderischen Feuer, daßgleich beim ersten Angriff sein Pferd unter ihmerschossen wurde. Nichts desto weniger dranger wüthend ein, und weil die breite sandigeEbene den Kampf begünstigte, erhub sich ein
30 verzweifeltes Gefecht, wo Hand gegen Handund Pferd gegen Pferd stritt, deßgleichen manin neuern Zeiten wenig Beispiele erlebte. Eineziemlich lange Zeit blieb der Sieg zwischen diesenbeiden gleich tapfern und versuchten Heeren zwei-
31 felhaft, bis er endlich durch einen glücklichenZufall für die Niederländer entschieden wurde.
Der Schall des Geschützes halle einige eng-lische Schiffe, welche die Königin Mariaandieser Küste kreuzen ließ, um den Paß zivWD4P Dünkirchen und Calais zu reinigen, herbeige-zogen, welche, da es meistens kleine Fahrzeugewaren, nahe genug am Lande anlegten, umeinen Flügel der FranAsen mit dem grobenGeschütze noch zu erreiche». So klein der Schade45 war. den sie anrichteten, da ihre allzugroßeEntfernung die Wirkung ihres Geschützes bei-nahe ganz »»kräftig machte, und dieses Freundund Feind ohne Unterschied traf, so bestürzte-doch ihre unvermuthete Dazwischenkunfr die eine50 Parthei, und erhob den Muth der andern-Graf Egmont, dem dieses nicht entgieng, ließseine deutschen, Reiter der französischen Cavale-rie unversehens hinter den Sandbergen hervorin die Flanke fallen, und brachte diese dadurch55 etwas zum Weichen; worauf die burgundischeReiterei heftiger eindrang, die Schlachtordnungtrennte, und unter dem Fußvolk die Unordnungallgemein machte. Fünfzehnhundert blieben aufdem Platze, außer denen, welche sich durch60 Schwimmen zu retten suchten, und von denEngländern untergetaucht wurden. Von Thec-mes und seine besten Ofsiciere, alle verwundet,mußten sich ergeben; Fahnen, Geschütz nebst derganzen bisher gemachten Beute, kamen in die65 Hände des Siegers. Ei» weit elenderes Schick-sal erwartete die, welche dem Treffen entkom-me» waren, und den flämischen Bauern >ndie Hände sielen. Diese, durch Einäscherungund Ausplünderung ihrer Dörfer gegen die