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Friedrich von Schiller.
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Franzosen in die äußerste Wuth gebracht, fielennun mit mörderischem Grimm über die wehr-losen Flüchtlinge her; die Weiber selbst, erzähltStrada, stellten ihnen durch das ganze Landbandenweise nach, zerfleischten sie mit Nägeln,oder schlugen sie langsam mit Prügeln zu Tode,daß von allen, die Dünkirchcn verbrannt hat-ten, fast kein einziger entrann. Zweihundert,welche die Engländer lebendig in die Händebekamen, schickten sie ihrer Königin nach Lon-don, ihren Antheil an dem Siege dadurch au-ßer Zweifel zu setzen- ' Von den Niederländernwurden nicht vierhundert Todte gezählt. Dieschleunige Wiedererobcrung der Verlornen Städtewar die erste Frucht dieses glorreichen Sieges,in welchem Egmont das Verdienst eines Feld-herrn mit der Bravour eines gemeinen Solda-ten vereinigt hatte.
Die Niederlagen bei St. Ouenlin und»Gra-velingen machten Heinrich II. sehr zum Frie-den geneigt, welcher auch das Jahr darauf,1559 , zu Chateau Eambresis geschloffen wurde.
Die niederländische Reiterei halle ffich indiesem Kriege besonders namhaft gemacht, undaller Ruhm häufte sich auf den Grasen vonEgmont, der sie angeführt hatte. Die flan-drischen Städte, die sich vom Ungemach desKriegs, dessen Schauplatz sie gewesen waren,in einem blühenden Frieden wieder erhallen,fühlten sich für diese Wohlthat dem Grafen vonEgmont besonders verpflichtet, dessen Ta-pferkeit ibn dem Feinde abgedrungen hatte.Sein Name war in Jedermanns Munde, unddie allgemeine Stimme erklärte ihn zum Heldenseiner Zeit. Philipp II. selbst vergab seinemspanischen Stolze so viel, daß er sich öffentlichfür seinen Schuldner bekannte, und sich dieserVerbindlichkeit auf eine würdige Art zu entle-digen versprach.
Bald nach geschlossenem Frieden machte derKönig Anstalt, die Niederlande zu verlassen,und in seine, ihm so theuern spanischen Skaa-tcn zurückzukehren. Eine der wichtigsten Ange-legenheiten, die er noch vor seiner Abreise zuberichtigen fand, war die Einsetzung eines Ge-ueralstatthalters über die sämmtlichen Nieder-lande, welches Amt durch die Abreise des Herzogsvon Savoyen nach Italien jetzt erledigt stand. Un-ter den Prätendenten, welche zu diesem wichtigenPosten in Vorschlag kamen, stand Graf Eg-uiont mit Wilhelm I., Prinzen von Ora-uien, oben an, und die Wünsche der Nationblieben zweifelhaft zwischen diesen beiden. AberPhilipp, der es nicht für rathsam hielt, einel° große Gewalt in die Hände eines Volks-
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eundes zu geben, und der überdcm, so
lehr er den Grafen von Egmont als einen°taven Soldaten schätzte, die feine Staatskunstihm vermißte, die zu einem solchen Posten^forderlich war, in die Rechtgläubiakeit und^eue des Prinzen von Oranien aber ei» nicht8u»z ungegründetes Mißtrauen setzte, übergiengt>de, und rief seine natürliche Schwester, dieArzogin Margarctha von Parma ausItalien, die Niederlande während seiner Ab-ksrnheit zu verwalten. Den Grafen von Eg-v»k suchte er durch die zwei sehr einträgli-N n Statthalterschaften über Artois und Flan-", den Prinzen von Oranien durch drei
andere über Holland, Seeland und Utrecht zu-frieden zu stellen. Aber so glänzend diese Be-lohnung war, und so sehr sie alle diejenigenübertraf, welche dem übrigen hohen Adel zu5 Theil wurden, so konnte sie doch den Ehrgeizzweier Männer nicht sättigen, die ihre Erwar-tungen auf etwas Höheres gerichtet hatten, undPhilipp hatte durch diesen glänzenden Bor-zug nur den Samen zu künftiger Empörung10 bei ihnen ausgestreut.
Dennoch würde sich ihre Ehrbegierde überdiese fehlgeschlagene Erwartung noch endlichberuhigt haben, da es die Schwester ihres Kö-nigs war, der sie nachgesetzt wurden, und eine15 weibliche Regierung ihnen zu dem wichtigstenAntheil an der Gewalt Hoffnung machte. Aberauch diese Hoffnung wurde itnien durch dieEinführung des Bischofs von Arras, nachhcri-gen Cardinals Granvella, in das Ministe-20 rium, abgeschnitten, den der König seiner Schwe-ster als geheimen Rath an die Seite gab, undmit einer eben so verhaßten als ordnungswidrigenGewalt bekleidete. Schon seine dunkle Geburt,denn sein Vater war ein Eisenschmidt gewe-25 sen, mußte den auf seine Vorzüge äußerst stol-zen niederländischen Adel wider die Erhebungdieses Prälaten aufbringen. Aber dieser Un-wille war um so gerechter und heftiger, daGranvella kein Eingcborner war, und die30 Constitution der Niederlande ausdrücklich alleAusländer von allen Bedienungen ausschließt.Die Rolle, welche dieser Mann unter der vo-rigen Regierung in Deutschland gespielt hatte,trug eben nicht dazu bei, ihm das Herz der35 Niederländer im Voraus zu gewinnen. Seingesetzwidriges Verfahren im Staatsrathe zuBrüssel, die Herrschsucht, womit er alle Pri-vilegien der Provinzen mit Füßen trat, seineHabsucht, seine üppige Lebensart, sein hoch-40 fahrendes Wesen, der Druck, worunter er denhohen Adel hielt, und das geringschätzige Be-tragen, das er gegen verschiedene von den Gro-ßen affectirte, brachte die Erbitterung gegenihn auf's höchste, und reizte den größten Theil45 unter ihnen an, sich gegen diesen gemeinschaft-lichen Feind zu verbinden.
Die Einsetzung von dreizehn neuen Bisthü-mcrn, ein Werk dieses Ministers, brachte balddie gesammte niederländische Nation gegen ihn in50 Harnisch. Außerdem, daß diese eigenmächtigeErweiterung der Hierarchie, bei der man dieStände nicht zu Rathe gezogen hatte, den Ler-ritorialfreiheilen der Provinzen zuwiderlief, drohtesie zugleich ihrer Verfassung den Umsturz, weil55 vorauszusehen war, daß diese neuen Ständedem Hofe, dem sie ihre Existenz dankten, auf'seifrigste anhängen, und die Mehrheit der Stim-men in den Versammlungen auf die Seite desKönigs neigen würde. Alle Aebte und Mönche60 erhitzten sich gegen die neuen Bischöfe, weildiese an die Einkünfte der Klöster und Stif-tungen, und als Reformatoren des Clerus auf-gestellt waren. Der gemeine Mann verab-scheute sie als Werkzeuge des verhaßten Jnqui-65 silionsgerichtes, das man ihnen schon auf demFuße folgen sah. Die grausamen Proceduren,welche, den strengen Religionsedikten gemäß,gegen die Ketzer ergiengen, die Insolenz der spa-nischen Truppen, welche noch von dem letzten