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Friedrich von Schiller.
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Kriege her, der Constitution zuwider, in denGrenzstädten in Besatzung lagen, und derenlängeres Verweilen man auf's Verhaßteste er-klärte, mit den Privatbeschwerdcn gegen denMinister verbunden — alles dieß wirkte zu-sammen , die Nation mit Besorgnissen zu er-füllen, und den Adel wie das Volk gegen dasJoch des Ministers ui empören.
Unter den Mißvergnügten thaten sich derPrinz von Oranien, Graf Egmonk und Grasvon Hoorn auf's engste zusammen. Alle dreiwaren Staatsrärhe, und halten von der Herrsch-sucht des Kardinals gleiche Kränkungen erfah-ren. Nachdem sie vergebens versucht harten,sich unter dem übrigen Adel eine Parlhei zumachen, den eine knechtische Furcht vor demMinister noch von einem kühnern Schritte ab-schreckte, führten sie ihr Vorhaben für sich al-lein aus, und setzten ein gemeinschaftliches Schrei-ben an den König auf, worin sie den Ministerförmlich als den Feind der Nation, und alsdie Ursache aller bisherigen Unruhen anklagten.Sie erklärten, daß das allgemeine Mißvergnü-gen nicht aufhören würde, so lange dieser ver-haßte Prälat am Staatsruder säße, und daßsie selbst nicht mehr im Staatsrathe erscheinenkönnten, wenn es Sr. Majestät nicht gefiele,diesen Mann zu entfernen. Da auf dieses Ge-such nichts erfolgte, so verließen sie den Sraats-rath wirklich, von welchem der Cardinal nuneinen unbeschränkten Besitz nahm.
Da es ihnen auf diesem Wege mißlungenwar, den Minister zu entfernen, so suchten siees durch Verspottung feiner Person und seinerVerwaltung dahin zu bringen, daß er selbstresignirte. Ein lustiger Einfall, den Egmonthatte, der sämmtlichen Dienerschaft des Adelseine gemeinschaftliche Livree zu geben, woraufeine Narrenkappe gestickt war, setzte den Car-dinal, auf den diese gedeutet wurde, dem all-gemeinen Gelächter aus, daß der Hof sich da-rein mengen und diese Livree verbieten mußte.Die Ausgelassenheit des Pöbels gegen den Mi-nister gieng so weit, daß man ihm Pasquillenin die Hand schob, wenn er sich.öffentlich zeigte.Er halte dem Haß der ganzen Nation Trotzgeboten, aber diesen Grad öffentlicher Verach-tung konnte er nicht ertragen. Er legte seineMinisterstelle nieder und verließ dieXProvinzen.
Nach dem Abzug Granvella's hatte derGraf von Eqm onk beinahe den ersten Platzin der Gunst der Regentin. Da es aber aneiner festen Hand fehlte, den unter sich selbstentzweiten und von dem verschiedensten Privat-intereffe gelenkten Adel zusammen zu halten,so wurde die Anarchie allgemein, die Justizwurde schlecht verwaltet, die Finanzen vernach-lässigt, das ReligionSwescn gericlh in Verfall,und die Sekten griffen um sich. Eine geschärfteErneuerung der Mcliqionsedikle von Spanienaus war die nächste Folge dieser Zerrüttung.Aber das Volk, durch die bisherige Nachsichtverwöhnt, wollte dieses Joch nicht mehr tragen.Um eben diese Zeit sollten die Schlüsse derTridentinischen Kirchenversammlung in den Nie-derlanden zur Vollstreckung gebracht werden.Ihr Inhalt stritt mir den Gerechtigkeiten derProvinzen, und alle Stände lehnten sich dage-gen auf. Um den König auf andere Gedanken
zu bringen, schickte die Regentin den Grafenvon Egmont nach Spanien, der ihn durchmündliche Berichte besser, als sich durch Briefethun ließ, von dem gegenwärtigen Zustande5 der Dinge unterrichten konnte. Egmontreiste im Januar 15,65 aus den Niederlan-den ab. ,
Der Empfang, der ihm in Madrid wider-fuhr, war auszeichnend. Der König und alle1« seine castilianischen Großen beeiferten sich in dieWette, seiner Eitelkeit zu schmeicheln- Alleseine Privatgesuche wurden ihm über alle seineErwartungen gewährt, und diese Gewährungennoch bei seinem Abschiede mit einem Geschenk15 von 50,066 Gulden begleitet. Sanfte Vorwürfeüber den Muthwillcn gegen Granvella, dieihm der König in einer Privataudienz machte,mußten sei» Vertrauen in dessen Aufrichtigkeiteher vermehren, als vermindern. Von den Gc-20 sinnungen des Königs gegen die niederländischeNation wurden ihm von diesem selbst und vonallen seinen Räthen die besten Versicherungengegeben. Der König, hieß es, wolle nach denbessern Belehrungen, die er nunmehr durch den25 Grafen erhalten, auf das einstimmige Verlan-gen der Provinzen Rücksicht nehmen, und denWeg der Güte gewaltsamen Maßregeln vor-ziehen. Egmont verließ Madrid als ein Glück-licher — er erfüllte die Niederlande mit Lob-30 preisung des Monarchen, während schon neueMandate hinter ihm hcreilten, die seine Ver-sicherungen Lügen straften
Zu spät erwachte er von seinem Taumel-Die allgemeine Stimme klagte ihn an, daß e>35 über seinem Privatnutzen das allgemeine Bestehintangesetzt habe. Er schrie laut über die spa-nische Arglist, und drohte alle seine Bedienun-gen niederzulegen. Aber es blieb bei der Dro-hung. — Egmont hatte eilf Kinder, und40 Schulden drückten ihn. Er konnte den KölUstnicht entbehren.
Die Abkündigung der geschärften Religion^-edikle hatte die Verbindung des niedern Adel»zur Folge, die unter dem Namen des Gen45 senbundes bekannt ist. An der Confödern-tion nahm Egmont selbst keinen Antheü'aber viele seiner vertrauten Freunde und Lehnleute traten ihr bei; sein eigener SckreM-Johann Käsenbrodt von Bcckerzeel, "50 darunter. Dieser Umstand erschwerte inFolge seine Verschuldung. Er habe dieses 8^wußt, hieß es, und diese»' Menschen denn .in seinen Diensten behalten — und dadurcher selbst des Hochverrathes schuldig. ,xe
55 Einstmals, als die verbundenen Edeu^im Kuilemburgischen Hause zu Brüsseldem Grafen von Brederode traklirt wur^führte ihn der Zufall mit einigen seiner -an diesem Hause vorbei. Eine unschuldige--, x,60 gierde zog ^ ihn hinein. Er wurde gen" ^mitzutrinken. Die Gesundheit der Geusenauf, er that'Bescheid, ohne zu wissen, wadamit wollte. Auch darauf wurde nachm
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Anklage wegen Hochverrath gegründet.r- Bald nach Errichtung des Geusenbrach Bilderstürmerei in den ProvinzenDie Statthalter eilten von Brüssel "^8ihren Distrikten, um die Ruhe wiederstellen. Hier zeichnete sich Egmon