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Friedrich von Schiller.
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gleiches Staats- und Religions-Interesse ge-knüpft und zusammengehalten wurde. Wasdie neue Republik durch diese Trennung vonden katholischen Provinzen an Umfang verlo-ren, das hatte sie an Innigkeit der Verbindung,an Einheit der Unternehmungen, an Energieder Ausführung gewonnen, und ein Glück wares für sie, bey Zeiten zu verlieren, was mitAufwendung aller Kräfte doch niemals hättebehauptet werden können.
Der größte Theil der wallonischen Provin-zen war bald sreywillig, bald durch die Waffenbezwungen, im Jahr 1584 unter die Herrschaftder Spanier zurückgekehrt; nur in den nörd-lichen Gegenden hatte sie noch immer nicht fe-sten Fuß fassen können. Selbst ein beträchtli-cher Theil von Brabant und Flandern wider-stand noch hartnäckig den Waffen.des HerzogsAlexander von Parma, der die innere Regie-rung der Provinzen und das Oberkommandoder Armee mir ebenso viel Kraft als Klugheitverwaltete, und durch eine Reihe von Siegenden spanischen Namen aufs Neue in Ansehngebracht hatte. Die eigenthümliche Organisa-tion des Landes, welche den Zusammenhang derStädte unter einander und mit der See durchso viele Flüsse und Kanäle begünstigt, erschwertejede Eroberung, und der Besitz eines Platzeskonnte nur durch den Besitz eines andern er-rungen werden. So lange diese Communika-tion nicht gehemmt war, konnten Holland undSeeland mit leichter Mühe ihre Bundesver-wandten schützen, und zu Wasser sowohl alszu Lande mir allen Bedürfnissen reichlich ver-sorgen, daß alle Tapferkeit nichts half, und dieTruppen des Königs durch langwierige Bela-gerungen vergeblich aufgerieben wurden.
Unter allen Städten Brabants war Ant-werpen die wichtigste, sowohl durch ihren Reich-thum, ihre Volksmenge und ihre Macht, alsdurch ihre Lage an dem Ausfluß der Scheide.Diese große und menschenreiche Stadt, die indiesem Zeiträume über achtzigtausend Einwoh-ner zählte, war eine der thätigsten Theilnehme-rinnen an dem niederländischen Slaatenbunde,Und hatte sich im Laufe dieses Kriegs durcheinen unbändigen Freyheilssinn vor allen Städ-ten Belgiens ausgezeichnet. Da sie alle dreychristlichen Kirchen in ihrem Schooße hegte,Und dieser uneingeschränkten Religionsfreyheiteinen großen Theil ihres Wohlstandes verdankte,so hatte sie auch bey Weitem am meisten vonder spanische» Herrschaft zu befürchten, welchedie Religionsfreyheit aufzuheben und durch dieschrecken des Jnquisicionsgcrichts alle prote-stantische Kaufleute von ihren Märkten zu ver-scheuchen drohte. Die Brutalität spanischerAsatzungen kannte sie überdieß schon aus einerschrecklichen Erfahrung und es war leicht vor-auszusehen , daß sie sich dieses unerträglichenJoches, wen» sie es einmal sich hatte auflegen'"ssen, im ganze» Laufe des Kriegs nicht mehr
entledige» würde.
So große Ursachen aber die Stadt Ant-d ^pen halte, die Spanier aus ihren Mauernntfernr z„ halten, so wichtige Gründe halteN,, spanische Feldherr, sich derselben, um wel-kem auch sey, zu bemächtigen- An
u Besitze dieser Stadt hing gewissermaßen der
Besitz des ganzen brabantischen Landes, welchessich größtentheils durch diesen Kanal mit Ge-treide aus Seeland versorgte, und durch Ein-nahme derselben versicherte man sich zugleichder Herrschaft der Scheide, Dem brabantischenBunde, der in dieser Stadt seine Versamm-lungen hielt, wurde mit derselben seine wich-tigste Stütze entzogen, der gefährliche Einflußihres Beyspiels, ihrer Rathschläge, ihres Gel-des auf die ganze Partey gehemmt, und in denSchätzen ihrer Bewohner den Kriegsbedürfnis-sen des Königs eine reiche Hülfsquelle aufge-than. Der Fall derselben mußte früher oderspäter den Fall des ganzen Brabants nach sichziehen, und das Uebergewicht der Macht indiesen Gegenden entscheidend auf die Seite desKönigs neigen. Durch die Stärke dieser Gründebewogen, zog der Herzog von Parma imJul, 1584 seine Macht zusammen, und rücktevon Dornick, wo er stand, in ihre Nach-barschaft heran, in der Absicht, sie zu be-lagern.
Aber sowol die Lage, als die Befestigungdieser Stadt schienen jedem Angriffe Trotz zubieten. Von der brabantischen Seite mit un-ersteiglichen Werken und wasserreichen Gräbenumschlossen, von der flandrischen durch denbreiten und reißenden Strom der Scheide ge-deckt, konnte sie mit stürmender Hand nichtbezwungen werden; und eine Stadt von diesemUmfange einzuschließen, schien eine dreimalgrößere Landmacht, als der Herzog beisammenhatte, und noch überdieß eine Flotte zu erfor-dern, die ihm gänzlich fehlte. Nicht genug,daß ihr der Strom, von Gent aus, alle Be-dürfnisse im Ueberflusse zuführte, so öffnete ihrder nämliche Strom noch einen leichten Zusam-menhang mit dem angrenzenden Seeland. Dennda sich die Fluth der Nordsee bis weit hineinin die Scheide erstreckt, und den Lauf dersel-ben periodisch umkehrt, so genießt Antwerpenden ganz eigenthümlichen Vortheil, daß ihr dernämliche Fluß zu verschiedenen Zeiten in zweientgegengesetzten Richtungen zuströmt. Dazukam, daß die umliegenden Städte Brüssel,Mecheln, Gent, Dendermonde und andre, da-zumal noch alle in den Händen des Bundeswaren, und auch von der Landseite die Zufuhrerleichtern konnten. Es bedurfte also zwei ver-schiedener Heere an beiden Ufern des Stroms,um die Stadt zu Lande zu blokircn und ihrden Zusammenhang mit Flandern und Brabantabzuschneiden; es bedurfte zugleich einer hin-länglichen Anzahl von Schiffen, um die Scheidesperren, und alle Versuches die von Seelandaus zum Entsatz derselben unfehlbar gemachtwerden würden, vereiteln zu können. Aberdie Armee des Herzogs war durch den Krieg,den er noch in andern Distrikten zu führenhalte, und durch die vielen Besatzungen, dieer in den Städten und Festungen hatte zurück-lassen müssen, bis auf 10,000 Mann Fußvolkund 1700 Pferde geschmolzen, eine viel zu ge-ringe Macht, um zu einer Unternehmung vondiesem Umfange hinzureichen. Roch dazu fehltees diesen Truppen an dem Nothwendigsten,und das Ausbleiben des Soldes hatte sie längstschon zu einem geheimen Murren gereizt,welches stündlich j„ eine offenbare Meuteren
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