Friedrich von Schiller.
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Früh Morgens, am sechzehnten Man, setzte welche sich mit verzweifeltem Muthe durch diesich die feindliche Macht in Bewegung. Gleich feindlichen Haufen schlugen, die Schanzgräbermit Anbruch der Dämmerung kamen von Lillo in ihren Lochern durchbohrten, undaus durch das überschwemmte Land vier bren- todten Erpeln die Breschen wiederausfull en,
»ende Schiffe daher geschwommen, wodurch die 5 welche die Lebenden gegraben hatten. Endlichspanischen Schildwachen auf dem Damme, wel- aber, als ihre meisten Erzierö theils todt,
che sich jener furchtbaren Vulkane erinnerten, theils verwundet waren, die Anzahl der Feinde
so sehr in Furcht gesetzt wurden, daß sie sich unaufhörlich sich mehrte, und immer frische
eilfertig nach den nächsten Schanzen zurückzo- Schanzgräber an die Stelle der gebliebenen
gen. Gerade dieß war es, was der Feind be- 1" traten, so entfiel diesen tapfern ^ruppcn derabsichtigt hatte. I» diesen Schiffen, welche Muth. und sie hicl en für rathsam, sich »ach
bloß wie Brander aussahen, aber es nicht wirk- ihren Schämen zurückzuziehen, ^etzt also sahen
lieh waren, lagen Soldaten versteckt, die nun sich die Seeländcr und » wcrpcr von ein
plötzlich aus Land sprangen, und den Damm ganzen Theile des Dammes Meister der von
°» der nicht verlheidigien Stell-, zwischen der 15 dem Fort St. Georg bis zu der Pfahl-SchanzeSt. Georgs- und der Pfahl-Schanze, glücklich sich erstreckt. Da ks ihnen a c vie zu lange
erstiegen. Unmittelbar darauf zeigte sich die anstand, die völlige Durchbrech ll oe Dann
ganze seelandische Flolte mit zahlreichen Kriegs- mes abzuwarten, so U>den sie i»schiffen, Proviantschiffen und einer Menge klei- digkeit ein fteländischcs Lastschiff au ' "nerer Fahrzeuge, welche mit großen Säcken 20 ten die Ladung desselben über den —
Erde, Wolle, Faschinen, SchanMrbcn u. dgl. über auf ein antwerpisches welches Gras Ho-beladen waren , .um sogleich, wo es Noth that, henlohc nun ,m Triumph nach Antwerpen brachte
Brustwehren auswerfen zu können. Die Kriegs- Dieser Anblick erfüllte die geängstigt- S ad
schiffe waren mit einer starken Artillerie und auf einmal mit den frühesten Hoffnungen und
einer zahlreichen, tapfern Mannschaft besetzt, 25 als wäre der Sieg ftho» erfochten, überließund ein ganzes Heer von Schanzgräbern be- man sich einer tobenden Fröhlichkeit. Man au-
gleitete sie, um den Damm. sobald man im tere alle Glocken, man brannte alle Kanonen
Besitz davon sei)» würde, zu durchgraben. ab, und die außer sich gefetzten d'"wv"e
Kaum hallen die Secländer auf der einen rannten ungeduldig nach dem Osterweeler Tyv ,Seile angefangen, den Damm zu ersteigen, so 30 um die Proviantschiffe, welche unterweg st)rückte die Aniwerpische Flotte von Osterweel sollten, in Empfang zu >"hmen-
herbey, und bestürmte ihn von der andern. In der That war das Gluck .A ^
Eilfertig führte man zwischen den zwey nach- ' ten noch nie so günstig gewesen als >n ssten feindlichen Rcdoutcn eine hohe Brustwehr Augenblicke. Die Feinde hatten sich muthloauf, welche die Feinde von einander abschnei- 35 und erschöpft in ihre Schanzen geworfen, unden und die Schanzgräber decken sollte. Diese, weit entfernt, den Siegern den eroberten Posten
mehrere Hundert an der Zahl, fielen nun von streitig machen zu können , sahen sie sich vielmehr
beyden Seiten mit ihren Spaten den Damm selbst in ihren Zufluchtsörtern belagert.
an, und wühlte» in demselben mit solcher Em- Kompagnien Schottländer, unter der Anfuy-
sigkeir, daß man Hoffnung hatte, beyde Meere -10 rung ihres tapfern Obersten Balfour, griffen
in Kurzem mit einander verbunden zu sehen. die St. Georgs - Schanze an, welche Cann o
Aber unterdessen halten auch die Spauier Zeit von Monte, der aus St. ^akob dsrbeyei e,
gehabt, von den zwey nächsten Rcdouten her- nicht ohne große» Verlust an Mannschaft en -
beyzueilcn und einen wüthigen Angriff zu thun, setzte. In einem viel schlimmeren Zustan e -
während daß das Geschütz von der Georgs- -15 fand sich die Pfahl - Schanze, welche von e
Schanze unausgesetzt auf die feindliche Flotte Schiffen aus heftig beschossen winde und a e
spielte. Eine schreckliche Schlacht entbrannte Augenblicke in Trümmern zu gehen -
jetzi in der Gegend, wo man den Deich durch- Ganiboa, der sie kommandirte ag verwundet
stach, und die Brustwehr lkürmte. Die See- darin, und ungluckttcherweise seh te es an Ar-
lander hatten um die Schanzgräber herum einen 50 liller.e, die femdüche» Sch'ffe " Entfu.'dichten Cordon gezogen, damit der Feind ihre nung zu haltem Dazu kam noch d°ß der Wall
Arbeit nicht stören sollt-, und in diesem krie- den dw Seelander zwischen di r und der G.
gerochen Lärm, mitten unter dem feindlichen orgs-Schanze °ufütthurmt hatt n all-n BeyKugelregen, oft bis an die Brust im Wasser, stand von der Scheide h r ^ Hat
Zwischen Todten und Sterbenden, sehten die 55 man also diese Cntkraf . ^ 2
Schanzgräber ihre Arbeit fort, unter dem be- der Feinde dazu benutzt " Du^stech ^
ständigen Treiben der Kaufleute, welche mit Dammes mit Eifer und Beharrlichkeit fort;»-.
Ungeduld darauf warteten. den Damm geoff- fahren, so ist ke,n d°ß man sich e.nen
nel und ihre Schiffe in Sicherheit zu sehen. Durchgang geöffnet, >-nd dadurch wahrscheinlich
Die Wichtigkeit des Erfolgs , der gewifferma- 60 die ganze ^^agrrung geendigl dabei' wurde.ß°» ganz von ihrem Spaten abhing, schien selbst Aber auch h'" ^>g ° stch Mangel an Folgediese gemeinen Tagelöhner mit einem heroischen welchen man ^ A" Ep?ni >m ganzen Laufe
Muthe zu beseelen. Einzig nur auf das Ge- dieser Begebenheit zur Last legen muß. Der
schafr ihrer Hände gerichtet , sahen sie, horten Eifer. ">,c dem '"an die Arbeit angefangen, er-
de den Tod nicht, 'der sie rings umgab, und 05 kältere ,» demselben Maße, als das Gluck ihnstelen gleich die vordersten Reihen, so drangen begleitete. - Bald fand man es viel zu lang-
stgleich die hintersten herbey. Die eingeschla- weilig und mühsam, den Deich zu durchgmbe, .
Sc»en Pfähle hielten sie sehr bey der Arbeit man h-elt für besser, die großen Lastsch'ffe in
°uf, noch mehr aber die Angriffe der Spanier, kleinere auszuladen, welche man sodann nur