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Friedrich von Schiller.
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steigender Fluch nach der Sladt schaffen wollte.
St. Aldegonde und Hohenlohe, anstatt durchihre persönliche Gegenwart den Fleiß der Ar-beiter anzufeuern, verließen gerade im entschei-denden Moment den Schauplatz der Handlung, 5um mit einem Getreideschiff nach der Stadt zufahren, und dort die Lobsprüche über ihre Weis-heit und Tapferkeit in Empfang zu nehmen.
Während daß auf dem Damme von beydenTheilen mir der hartnäckigsten Hitze gefochten 10wurde, hatte man die Scheldebrücke von Ant-werpen aus mit neuen Maschinen bestürmt, umdie Aufmerksamkeit des Herzogs auf dieser Seitezu beschäftigen. Aber der Schall des Geschützesvom Damme her entdeckte demselben bald, was 12dorr vorgehen mochte, und er eilte, sobald erdie Brücke befreit sah, in eigner Person denDeich zu entsetzen. Von zweyhundert spanischenPikeniren begleitet, flog er an den Ort desAngriffs, und erschien noch gerade zu rechter 20Zeit auf dem Kampfplätze, um die völlige Nie-derlage der Scinigen zu verhindern. Eiligstwarf er einige .Kanonen, die er mitgebrachthalte, in die zwey nächsten Redouten, und ließvon da aus nachdrücklich auf die feindlichen 25Schiffe feuern. Er selbst stellte sich an dieSpitze seiner Soldaten, und in der einen Handden Degen, den Schild in der andern, führteer sie gegen den Feind. Das Gerücht seinerAnkunft, welches sich schnell von einem Ende 50des Dammes bis zum andern verbreitete, er-frischte den gesunkenen Muth seiner Truppen,und mit neuer Heftigkeit entzündete sich derStreit, den das Lokal des Schlachtfeldes nochmörderischer machte. Auf dem schmalen Rü- 32ckcn des Dammes, der an manchen Stellen nichtüber neun Schritte breit war, fochten gegenfünftausend Streiter; auf einem so engen Raumedrängte sich die Kraft beyder Theile zusammen,beruhte der ganze Erfolg der Belagerung. Den 40Antwerpern galt es die letzte Vormauer ihrerStadt, den Spaniern das ganze Glück ihresUnternehmens; beyde Parteyen fochten mit ei-nem Muthe, den nur Verzweiflung einflößenkonnte. Von beyden äußersten Enden des Dam- 45mes wälzte sich der Kriegsstrom der Mitte zu,wo die Seeländer und Antwerper den Meisterspielten, und ihre ganze Stärke versammeltwar. Von Stabroek heb drangen die Italienerund Spanier heran, welche an diesem Tage ein 50edler Wettstreit der Tapferkeit erhitzte: von derScheide her die Wallonen und Spanier, denFeldherrn an ihrer Spitze. Indem jene diePfahlschanze zu bcfreyen suchten, welche derFeind zu Wasser und zu Lande heftig bedrängte, 55drangen diese mit Alles niederwerfendem Unge-stüm aus die Brustwehr los, welche der Feindzwischen St. Georg und der Pfahlschanze auf-gethürml hatte. Hier stritt der Kern der nie-derländischen Mannschaft hinter einem wohlbe- 60festigten Walle, und das Geschütz beyder Flot-ten deckte diesen wichtigen Posten. Schon machteder Herzog Anstalt, mit seiner kleinen Schaardiesen furchtbaren Wall anzugreifen, als ihmNachricht gebracht wurde, daß die Italiener 65und Spanier, unter Capizucchi und Aquila,mit stürmender Hand in die Pfahlschanzc ein-gedrungen, davon Meister geworden, und jetztgleichfalls gegen die feindliche Brustwehr im
Anzüge seyen. Vor dieser letzten Verschanzungsammelte sich also nun die ganze Kraft beyderHeere, und von beyden Seiten geschah das Aeu-ßerste, sowohl diese Bastey zu erobern, als siezu vertheidigen. Die Niederländer sprangenaus ihren Schiffen aus Land, um nicht bloßmüßige Zuschauer dieses Kampfes zu bleiben.Alexander stürmte die Brustwehr von der einenSeite, Graf Mannsfeld von der andern; fünfAngriffe geschahen und fünfmal wurden sie zu-rückgeschlagen. Die Niederländer übertrafen indiesem entscheidenden Augenblicke sich selbst; nieim ganzen Laufe des Krieges hatten sie mitdieser Slandhaftiqkeit gefochten. Besonders aberwaren es die Schotten und Engländer, welchedurch ihre tapfere Gegenwehr die Versuche desFeindes vereitelten. Weil da, wo die Schottenfochten, Niemand mehr angreifen wollte, svwarf sich der Herzog selbst, einen Wurfspießin der Hand, bis an die Brust ins Wasser,um den Seinigen den Weg zu zeigen. Endlichnach einem langwierigen Gefechte gelang es denMannsfeldischen, mit Hülfe ihrer Hellebardenund Piken, eine Bresche in die Brustwehr zumachen, und indem der Eine sich auf die Schul-tern des Andern schwang, die Höhe des Wallszu ersteigen. Bartbelemi Toralva, ein spani-scher Hauptmann, war der Erste/ der sich obensehen ließ, und fast zu gleicher Zeit mit dem-selben zeigte sich der Italiener Capizucchi aufdem Rande der Brustwehr; und so wurde den»,gleich rühmlich für beyde Nationen, der Welt-kampf der Tapferkeit entschieden. Es verdientbemerkt zu werden, wie der Herzog von P"t-ma, den man zum Schiedsrichter dieses Wett-streits gemacht hatte, das zarte Ehrgefühlner Krieger zu behandeln pflegte. Den 2k",liener Capizucchi umarmte er vor den Äugt"der Truppen und gestand laut, daß er vorzug-lich der Tapferkeit dieses Offiziers die Erobe-rung der Brustwehr zu danken habe- De>spanischen Hauplmann Toralva, der stark ver-wundet war, ließ er in sein eignes ^oarkttzu Stabroek bringen, auf seinem eignen Betverbinden, und mit demselben Rocke bekleide -den er selbst den Tag vor dem Treffen gelragharte- . ,
Nach Einnahme der Brustwehr bsiebSieg nicht lange mehr zweifelhaft. Die hem"dischen und seeländischen Truppen, welche "ihren Schiffen gesprungen waren, um mit .Feinde in der Nähe zu kämpfen, verloreneinmal den Muth, als sie um sich blicktendie Schiffe, welche ihre-letzte Zuflucht "machten, vom Ufer abstoßen sahen.
Denn die Fluth sing an, sich zu verlaund die Führer der Flotte, aus Furcht-^ihren schweren Fahrzeugen auf dem Stzu bleiben, und bey einem unglückliche"gange des Treffens dem Feinde zur Bf"werden, zogen sich von dem Damme z^rtk ^suchten das hohe Meer zu gewinnen- ,^„xnbemerkte dieß Alexander, so zeigte " >Truppen die fliehenden Schiffe und m - ^sie auf, mit einem Feinde zu enden.selbst aufgegeben habe. Die holländischen^ ^!>truppen waren die ersten, welche wantbald folgten .die Seeländer ihrem ^
Sie warfen sich eiligst den Damm he '