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Friedrich von Schüler.
Hinter dem Kreuzfahrer schlägt der Kauf- des Miltclalters erzeugt, und groß gezogenmann seine Brücke, und das wieder gefundene von der Zwietracht. So schwach seine Wur-Band zwischen dem Abend und Morgen, durch zeln waren, so schnell und schrecklich durfte eseinen kriegerischen Schwindel flüchtig geknüpft, aufwachsen im eichten Jahrhundere — Seines-befestigt und verewigt der überlegende Handel. 5 gleichen halte kein Welialter noch gesehen. WerDas levanlische Schiff begrüßt seine wohlbe- sah es dem Feinde der heiligsten Freyheit an.kannten Gewässer wieder, und seine reiche La- daß er der Freyheit zu Hülfe geschickt wurde?düng ruft das lüsterne Europa zum Fleiße. Als der Streit zwischen den Königen und denBald wird es das Ungewisse Geleit des Arkturs Edeln sich erhitzte, warf er sich zwischen dieentbehren, und, eine feste Regel in sich'selbst, 10 ungleichen Kämpfer, und hielt die gefährlichezuversichtlich auf nie besuchte Meere sich wagen. Entscheidung auf, bis in dem dritten Stande
Asiens Begierden folgen dem Europäer in ein besserer Kämpfer heranwuchs, das Geschöpfseine Hcimath — aber hier kennen ihn seine des Augenblicks abzulösen. Ernährt von derWälder nicht mehr, und andere Fahnen wehen Verwirrung, zehrte er jetzt ab in der Ordnung:auf seinen Burgen. 2» seinem Vaterlande ver- 15 die Geburt der Nacht schwindet er weg in demarmt, um an den Ufern des Euphrats zu Lichte. Verschwand aber der Diktator auch, derglänzen ^ gibt er endlich das angebetete Idol dem unterliegenden Rom gegen den Pompejus zuseiner Unabhängigkeit und seine feindselige Her- Hülfe eilte? Oder Pisistratus, der die Fakkioncnrengewalt auf, und vergönnt seinen Sklaven, Athens auseinander brachte? Rom und Athendie Rechte der Natur mit Gold einzulösen. 20 gehen aus dem Bürgerkriege zur KnechtschaftFreywillig bietet er den Arm jetzt der Fessel über - das neue Europa zur Freyheit. Wa-
dar, die ihn schmückt, aber den Niegcbändigten rum war Europa glücklicher? Weil hier durch
bändigt. Die Majestät der Könige richtet sich ein vorübergehendes Phantom bewirkt wurde,auf, indem die Sklaven des Ackers zu Men- was dort durch eine bleibende Macht geschah —
scheu gedeihen; aus dem Meer der Verwüstung 25 weil hier allein sich ein Arm fand, der kräftig
hebt sich, dem Elend abgewonnen, ein neues 'genug war, Unterdrückung zu hindern, aberfruchtbares Land, Bürgergemeinheit. zu hinfällig, sie selbst auszuüben.
Er allein, der die Seele der Unternehmung Wie anders säet der Mensch, und wie an-
gewesen war, und die ganze Christenheit für ders läßt das Schicksal ihn ernten? Asien anseine Größe halte arbeiten lassen, der römi- 30 den Schemel seines Thrones zu ketten, liefertsche Hierarch, sieht seine Hoffnungen hin- der heilige Vater dem Schwert der Sarazenen
lergaügcn. Nach einem Wolkenbild im Orient eine Million seiner Hcldensöhne aus, aber mit
haschend, gab er im Occidcnt eine wirkliche ihnen bar er seinem Stuhl in Europa die kräf-Kronc verloren. Seine 'Stärke war die Ohn- tigsten Stützen entzogen. Von neuen Anma-macht der Könige: die Anarchie und der Bür- 35 ßungen und neu zu erringenden Kronen träumtgerkrieg die unerschöpfliche Rüstkammer, woraus der Adel, und ein gehorsameres Herz bringter seine Donner holte. Auch noch jetzt schlcu- er zu den Füßen seiner Beherrscher zurück,
deri er sie aus — jetzt aber tritt ihm die bc- Vergebung der Sünde», und die Freuden des
festigte Macht der Könige entgegen. Kein Bann- Paradieses sucht der fromme Pilger am heili-
fluch, kein himmelsperrendcs Interdikt, keine 40 gen Grabe, und ihm allein wird mehr gelei-Lossprechung von geheiligten Pflichten löst die stet, als ihm verheißen ward. Seine Mensch-heilsamcn Bande wieder auf, die den unter- heil findet er in Asien wieder, und den Samenthan an seinen rechtmäßigen Beherrscher knü- der Freyheit bringt er seinen europäischen Brü-pfen. Umsonst, daß sein ohnmächtiger Grimm dcrn aus diesem Wclttheile mit, eine unendlichgegen die Zeit streitet, die ihm seinen Thron 45 wichtigere Erwerbung, als die Schlüssel Je-crbaute, und ihn jetzt davon herunter zieht! rufalcms, oder die Rägel vom Kreuz des Er-Aus dem Aberglauben war dieses Schreckbild lösers.
V. öriefe (Briefwechsel zwischen Schiller und Götht).
1. (32.) Schiller an Gölhe.
Jena, den 0. Dezember 1794.
Mit wahrer Herzenslust habe ich das ersteBuch Wilhelm Meisters durchlrsc», und ver-schlungen, und ich danke demselben einen Gc-Uuß, wie ich lange nicht, und nie als durchSie gehabt habe. Es könnte mich ordentlichverdrießen, wenn ich das Mißtrauen, mit demSie von diesem vortrefflichen Produkt IhresGenies sprechen, einer andern Ursache zuschrei-ben müßte, als der Größe der Forderungen,bie Ihr Geist jederzeit an sich selbst machenwuß. Denn ich finde auch nicht etwas darin,was nicht in der schönsten Harmonie mit dem
55 lieblichen Ganzen stände. Erwarten Sie heutekein näheres Detail meines Urtheils. Die Lo-ren und deren Ankündigung, danebst der Post-tag, zerstreuen mich zu sehr, als daß ich meinGemüth zu einem solchen Zwecke gehörig sam-00 mein könnte. Wenn ich die Bogen noch einigeZeit hier behalten darf, so will sch mehrZeit dazu nehmen und versuchen, ob ich etwasvon dem fernern Gang der Geschichte und derEntwickelung der Charaktere diviniren kann.05 Herr v. Humboldt hat sich recht daran gelabt,und findet, wie ich, Jh^en Geist in seiner gan-zen männlichen Jugend, stillen Kraft undschöpferischen Fülle. Gewiß wird diese Wirkungallgemein seyn. Alles hält sich darin so ein-