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Jeau Paul Friedrich Richter.
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Jugend und Ruinen, einstürzende Vergan-genheit und ewige Lebcnsfülle bedeckten dasmisenische Gestade und die ganze unabsehlicheKüste — an die zerbrochenen Aschenkrüge todterGötter, an die zerstückten Tempel Merkurs, 5Dianens, spielte die fröhliche leichte Welle unddie ewige Sonne — alte einsame Brückenpfeilerim Meerj einsame Tempelsäulcn und Bogensprachen im üppigen Lebensglanze das ernsteWort - die alten heiligen Namen der elisäi- 10schc» Felder, des Avernus, des todten Meerswohnten noch auf der Küste — Felsen - undTempeltrümmer lagen unter einander auf derbunten Lava — alles blühte und lebte, dasMädchen und die Schiffer sangen — die Berge 15und die Inseln standen groß im jungen feuri-gen Tage — Delphine zogen spielend nebenuns — singende Lerchen wirbelten sich im Archerüber ihre engen Inseln heraus — und aus
allen Enden des Horizonts kamen Schiffe her-auf und flogen pfeilschnell dahin. Es war diegöttliche Ueberfülle und Vermischung der Weltvor mir, brausende Saiten des Lebens warenüber den Saitensteg des Besuv's und Posilip'sherüber bis an den Epomeo gespannt.
Plötzlich donnerte es Einmal durch den blauenHimmel über das Meer her. Das Mädchenfragte mich: „„warum werdet Ihr bleich? esist nur der Vesuv."" Da war ein Gott mirnahe, ja Himmel, Erde und Meer traten alsdrei Gottheiten vor mich — von einem göttli-chen Morgensturm wurde das Traumbuch desLebens rauschend aufgeblättert und überall lasich unsere Träume und ihre Auslegungen. —
Nach einiger Zeit kamen wir an ein langesden Norden verschlingendes Land, gleichsam derFuß eines einzigen Bergs, es war schon dasholde Jschia und ich stieg selig-trunken aus.
VII. Die Doppelhecrschau in Großlausau und in Käuzen sammt Feldzügen.
(Eine Groteske.)
Erstes Kapitel,
worin mehr als ein Fürst auftritt.
Ahnen, welchen er aber vorher zu adeln hatte,um im Adelbriefe ihm die nöthige» 32 Ahnen30 anstatt der gewöhnlichen 4 vorzugeben. WasSowol das kleine Fürstenrhum Großlausau nur sein Zepter erreichen konnte, schlug dieser
als das eben so enge Käuzen ') hatten Haupt- zum Großkreuz, da er glücklicher Weise die
oder Residenzstädte — denn diese besitzt auch nöthigen Orden vorher dazu gestiftet, so daß
ein Land, das nicht einmal Dörfer aufzeigt, ge- er alles, was er berührte, schöner als Midas,
schweige Städte; — beide Fürstenthümer aber 35 ins Flitter-, Rausch- und Katzengold von Titelnwiesen noch zum Ueberfluß einige Dörfer um verwandeln konnte, und so durch diese Ehren
die Hauptstadt auf. Aus der Kleinheit dieser sich selber die Iionnours machte; daher er einen
Länder mach' ich mir's am begreiflichsten, wa- Fremden von seiner Tafel selten anders wie als
rum man sie auf keinen andern Karren ange- einen Cvmmandör fortschickte. Er hätte wol
deutet findet, als auf ihren eigenen Spezial- 40 gern das ganze Land geadelt, mußte sich aber
karten; aber auf ihren Generalkarten schon darauf einziehen, daß er die rcstiercnden Un-
nicht; daher denn für Länder, die in keinem adelichen nur zu Räthen machte. Die sämmt-
geographischen Atlas vom mythologischen Atlas lichen Dörfer selber erhob er wirklich in den
Napoleon gefunden wurden, auch nichts von Adelstand von Rcsidenzgassen; und indem er,
ihm gethan werden konnte, sondern sie mußten 45 da die meisten oft über eine halbe Meile von
alles selber thun, und sich eigenhändig zu Sou- der Hauptstadt ablagen, solche zu Vorstädten
veräns zu krönen suchen, als alles um sie her der letzten ernannte, so umgab und umzingelte
sich souveränisicrtc. Aber niemand erfuhr's im er sich durch bloßes Ausmärzen und Einziehen
Druck als die Unterthanen. der Dörfer vielleicht mit einem glänzenden
Der Gcoßlausauer Fürst, LIaria puer?), 50 großen Paris im Kleinen. — Ueberhaupt ver-war ein Herr von Ehre und Glanz, so daß er größer» Fürsten lieber die Stadt als das Land,
Gott gedankt hätte, wenn ein Friedrich II. bei "". "
der Plünderung seines Schlosses, wie bei jenerdes Grafen Brühl, nicht weniger als 600 PaarStiefeln, 322 Dosen,^80 Röcke, 528 Kleider 55und eine Stube voll Perücken vorgefundenhättet), aber zur Anschaffung vorher hatt'ku von jeher das Geld nicht. Was er inzwi-schen ohne edle Metalle ausmünzen konnte,
weil jene für die Menschen ein Blumentopf ist,in welchem die Gewächse bekanntlich stärkerwachsen und treiben als im Lande.
Auch führte Napoleon wenige Ehrenämterein, die Maria nicht in Ehrenämtchen nach-gedruckt hätte; nur daß, da es ihm an Dienernund Geldern gebrach, er mehre nöthigste 6do-valivrs ä'tionneur in Einem zusammen zu
uämlich fremde Ehre, um eigne zu haben, das 60 schmelzen hatte, wie denn z. B. der Unter-
Prägke er bei eintretender Lonverainoti; reich Zercmonienmcister aus Mangel an Gage zugleich
uus. Zu seiner Tafel ließ er keinen andern Ober-Zeremonienmeister sein mußte. Wer aber
tufelsähigen Mann mehr zu als einen von 32 den redlichen Maria nicht kannte, sah seine
11 Es versteht sich, daß hier nicht vom Volke der Käuzen die Rede ist - welches Tacitus das edelste deutsche, dasseine Größe nur auf Gerechtigkeit baute, nennt, und welches im Bremischen, Dldenburgischcn und Ostfriesländischeu,Und das, wenn man den Reisenden so viel glauben muß, als dem Tacitus, noch da wohnt.
2) Ein Beiname nach alter Zeit So hieß z. B. Anno >233 der erste Herzog zu Braunschweig. Lüneburg.
Uttu,
Memoiren von DutenS.Kurz, pros. Lit. II.
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