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1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
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XIX
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XIX

schaft, Poesie und Kunst/ alle idealen Gebilde ihre Anre-gung und großen Aufschwung; wie die Zustünde derselbenwaren/ leuchteten und schattirten sie sich in diesen; siewaren die hehren Farben um den einen Lebensgeist/ undals dieser entschwunden und verloren/ verschimmerten underloschen auch sie. Aber während die schaffende Kraft fürGriechenland untergegangen/ wirkte und erzeugte das Ge-schaffene und Erzeugte der Griechen durch alle Zeiten fort.

Wir kommen nun über eine schmale Meerenge/ inein Reich/ welches späterhin Griechenland als eine Pro-vinz verschlang; in ein Reich, das jetzt selbst seine Zeitvollendet hatte und nur noch in Trümmern zu sehen war/aus welchen aber jetzt ein neues Leben erwachen, ein neuerVölkerverband entstehen sollte; wir kommen nach Italien,zu den italienischen Republiken/ zum lombardischen Völ-kerbund. Das Herrlichste, Kräftigste und Größte mußsich hier entwickeln und bilden, alles was dazu erfordertund nothwendig ist, findet sich hier zusammen und ver-eint, Nichts mangelt dazu, kaum hatte Griechenland diesegroße Gunst, der römische Despotismus, die Völker hem-mende Weltherrschaft ist zerstört, die Freiheit ist wiederentbunden, sie lebt wieder und wird sich zu einer schö-nern wohlthätigern Bildung, zur ächten Humanität mitder alten Kunst und Wissenschaft vereinigen, es ist derPhönix, der aus seiner eigenen Asche mit neuen Gewän-dern angethan, schöner sich erhebt und wieder aufglänzt.So könnte und würde etwa der politische Enthusiasmussprechen, wenn er in unsern Tagen darüber sein Wortnehmen würde. Allein wie überall, wo man rein zeitlicheund irdische Verhältnisse blos mit den Augen einer sol-chen eitcln Poeterey betrachtet, irrte man auch hier inseiner Ansicht und zwar so sehr, daß sich gerade das Ent-gegengesetzte von dem ergab, was nach ihr hätte gesche-hen müssen. RomS Herrschsucht, Gcldgicrde, Stolz, die

Ucberreste seiner geistigen und physischen Kräfte, wie seine

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