XVIII
yeberrcste des Heldenvolkes bet Chä'ronea. Die politischeFreiheit der Griechen war Untergängen und dieser Verlustzog auch ihr ideales Leben mit sich in die Vernichtunghinab. Am Schlüsse zeigte es sich noch einmal und zwarin seiner ganzen Herrlichkeit; wie in zwei Centralpunktenglänzten alle seine Strahle» in Aristoteles und Plato auf;der Erste theilte, analysictc es von Oben nach Unten inkunstgerechter philosophischer Form; der andere verband esvon Unten nach Oben in poetischer Prosa, idealisirte, rei-nigte es noch mehr und schloß es mit den unvergängli-chen Ideen seines eigenen gottbegeistertcn Gemüthes, wiemit einer Krone hehr leuchtender Astern. Als nun derGeist verloren war, folgten natürlich die Formalisten injeder Art und ^Beziehung. Die Stylisten, die Gram-matiker, die Nachahmer, die Verzierer. *)
Don den letzten Kämpfen gegen die Perser bis zurBeilegung Athens durch die Spartaner waren es 75 Jahre.Don dieser Schlacht bei AegoSpotamus bis zu jener vonLeuktra, in welcher die Spartaner den Thebanern erla-gen 35 Jahre, und von da bis zur Schlacht von Manti-nea, wo die Macht und die Kräfte zur Präpotenz allengriechischen Städten genommen und gebrochen wurde,nicht mehr als 7 Jahre. Athen herrschte also doch amlängsten und rechtfertigte also dennoch zum Theil sein le-gislatives Prinzip. Die ganze große griechische Lcbens-entwicklung dauerte also von der erst genannten Zeit ankaum ein Jahrhundert; aber es war ein Leben und eineEntwicklung, welche in ihrer Art unübertreffbar in der Ge-schichte da stehen. Von der Freiheit erhielten Wiffen-
*) Niemand bezeichnete diese Art Litteratoren besser und kürzer alsder französische Kaiser. Wie man ihm einmal sagte: er habe dieBataillonsschule auch nicht mitgemacht und verstehe sie nicht,antwortete er: „welcher Grammatiker hat schon eine Jliadeverfaßt?" M. d. L.