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1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
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veränitätsrecht nicht; die selbst gemachten Verfassungender Städte/ ihr Reichthum/ ihr Stolz war ihnen verhaßt/die Stimmung für eine gänzliche Unterwürfigkeit/ ohnewelche fie ihre Herrschaft in Italien für unsicher hielten/fanden sie nicht. Sie suchten alle Rechte an sich zu brin-gen/ sie griffen sie an nnd hoben sie auf/ und zerstörtenStädte/ welche ihnen Widerstand leisten wollten. Dastunden Vierzehn *) zusammen/ schwuren den Bund/ ihreRechte und Freiheiten bis auf den Tod zu vertheidigen,sie gelobten sich wechselseitigen Schutz nnd Hülfe undverpflichteten sich zum Schadenersatz, der die Thcilneh-mcr im Kampfe für die Freiheit treffen würde. Daswar der Lombarder-Bund. Eine Energie, Kraft, Ein-heit und Selbstaufopferung ohne Gleichen zeichnete seineGründung aus. Daher war ihm auch das Glück gün-stig. Der Kaiser wurde bezwungen theils durch diePest, welche in seinem Heere wüthete, theils durch dieTapferkeit des Bundes in der Schlacht bei Lignano.**)Die Italiener verstanden es nicht, sich nach diesem großenSiege vollständig zu erheben und der Kaiser war nicht soerschüttert und niedergeschlagen, daß er auf dem Wegeder Unterhandlung den Sturm nicht glaubte beschwörenzu können. So konnte jener Konstaiyer-Fricde entstehen,in welchem der Bund den Kaiser anerkannte, sich fürsteuerpflichtig erklärte, der Kaiser aber die Rechte derStädte bestätigen und dem Bunde seine Zustimmung oderAnerkennung geben mußt«. Das war die schönste Zeit

») Verona/ Vizenza/ Padua/ Trcvis0/Bergamo/Brescia/Mantua/und Ferrara/ Cremona/ Moden»/ Bologna/ Venedig und vierDörfer um Mailand/ d« die Stadt vvm Kaiser verbrannt wor-den war.

Friedrich Ik. hatte beinah« gegen die Italiener da? Schicksal Karl^ des Kühnen gegen die Schweizer. Auf dem nämlichen Felde/ woder Kaiser seinen erste» Sieg feierte/ erhielt er auch die erste Nie»'derlage. Er blieb allein aus dem Schlachtfeld« zurück. >