XXIl
-es lombardischen Gtädtevereins, aber es war nur einAugenblick. Man hatte nur die Gegenwart vor sich und nichtdie Zukunft. Weiter gieng die Constituirung nicht; manwollte sich nicht mehr beschränken, sich nicht stehende Ver-pflichtungen gegen den Bund auflegen lassen, ein unun-terbrochener Totalverein hielt der Italiener seiner Freiheitzuwider und dieses Uebermaaß von Freiheitsgesühl, wennman es so nennen darf, war es zugleich, was den Fort-bestand der wahren Freiheit unmöglich machen und dieUnterdrückung wieder herbeiführen mußte. Daß der Bundewig seyn sollte, daß man sich über gemeine Verhältnissejährlich oder wenn es Noth that, besprechen, Ruhe undOrdnung im Innern behaupten und somit auch die äus-sere politische Freiheit, daß nur das, was die Freiheit er-worben und erhalten, dieselbe auch für die Zukunft sichernund befestigen könne, und als» von der Festigkeit des Ge-sammtvcreins, das Recht und die Selbstständigkeit derTheile abhänge — das alles sah oder wollte er nicht ein-sehen, dieses alles schien seiner ganzen Natur zu wider-streben. Als daher der Konstanzerfriede geschlossen undman damit seine Partikular-Privilegien und Rechte sichanerkannt und gesichert glaubte, trat bald nachher volleAnarchie sowohl unter den Verbündeten Städten als inden Städten selbst wieder ein. Man änderte hier immeran den Verfassungen, aber weniger um sie zu verbessern,als weil man das Privatintcreffe befriedigen wollte; manschuf recht viele neue Aemter, damit nur Viele regierenkonnten. Doch Allen, welche regieren oder die höchstenStellen besitzen wollten, Genüge zu thun, war unmög-lich. Der Adel suchte die Bürgerschaft, die Bürgerschaftmit dem gemeine» Volke den Adel von der Regierung zuvertreiben. Unter diesen Parthcicn selbst gab es wiederFamilienfaktionen, welche einander wechselweise das Haupteiner, Parthei zu seyn, streitig machten, Gift und Meu-chelmord, Aufruhr und Empörungen, Gräuelthate» aller