Buch 
1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
Entstehung
Seite
XXVII
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Wir sehen nun ein ganz anderes Volk unter einem ganzentgegengesetzten Himmelsstrich/ aus heitern warmen Lüftenkommen wir in kalte und düstere/ aus einem üppigen undreichen Lande in ein unfruchtbares und sumpfiges? wir kom-men von Menschen und Völker» / welche durch die Naturihres Landes in steter Aufregung erhalten / in denen Ruheund Besonnenheit als ein natürliches Beschränken/ als eintödtlicheS Stillstehen erschienen wäre/ zu Völkern undStaaten/ denen Ruhe/ Bestand/ Festigkeit/ langsamesaber sicheres Fortschreiten das wünschcnswertheste Gutwar. ES ist eine Städte-Föderation/ die sich aus ganzneuen Lagen entwickelt/ es ist nicht der barbarischeZustand der Anarchie/ zu dem wir gelangen/ sondern wirerblicken ein schon wohlgeordnetes/ ausgebildetes Gcmein-und Städtewesen; es ist zwar ebenfalls kein armes/ mitden Bedürfnissen des Lebens kämpfendcs Volk/ sondernein wohlhablicheS/ dessen Besitzstand aber aus seinem ge-ordneten Verhältnissen herrührte/ eine Folge seines ge-sicherten Friedens und seiner Ruhe war. Der Kampf aber/den eS für seine Freiheit beginnt und wagt/ unterscheidetsich von jenem der beiden erstgenannten Völker; wie beiDiesen der Anfang immer glücklich und entscheidend war/so ist er dagegen bei Jenem mehr unglücklich und unent-schieden/ wie die Ersten sich meistens durch eigene Kraftfrei machten/ so wird es hingegen das Letztere vorzüglichdurch den Zusammenhang politischer Verhältnisse der eu-ropäischen Staaten/ die nicht mehr wie vorher i« einemso isolirten Zustande gegen einander stunden/ sondern all-mählig unter sich in einem nähern/ verwandter» Verkehr/in eine bestimmtere Beziehung kamen/ also daß sich dieInteressen überall berühren konnten. Wir reden von derFöderation der niederländischen Provinzen. Durch denHandel hatten sie sich bereits so viel Geld und Gut er-worben/ daß sie sich von der Absolutheit ihrer dürftigenFürsten loskaufen konnten. Nie war dieselbe wohl zweck-