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1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
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nur in dem Gewicht/ welches ohne Unterschied auf alleInteressen drückte/ die allgemeine Noth vereinigte alles/auch das Verschiedenste und sich Entgegengesetzteste/ unddieses machte unberechenbar stark. Darauf gründeten sichauch zuerst die Politik und die Maaßregel»/ welche diespanische Regentschaft in Brüssel gegen denselben genom-men hatte. Sie hatte in Bezug auf die Glaubensfreiheitund die Inquisition Concessionen gemacht und damit be-ruhiget und eingeschläfert; der Bildersturm der Ncugläu-bigcn in den katholischen Kirchen kam ihr zu Hülfe/ dieKatholiken trennten sich von einem Bunde/ welcher ihreHeiligthümer nicht mehr schützte und ihre Religion fre-ventlich angriff. Furcht/ Mißtraue»/ Rache halten beidePartheien auseinander; die Neugläubigcn zerfallen selbstwieder in Partheien / in Lutheraner/ Reformirte und Cal-vinistc»/ die sich wechselweise um ihren Reichthum benei-den und zu schwächen suchen. So konnten die Truppender Negentin überall einziehen. Der Bund zerstückeltesich AnfangS/ dann lief er auseinander/ die Großen ver-ließen die Niederlande/ eine große Auswanderung begann.Man floh nicht blos vor der spanischen Soldateska/ son-dern noch vielmehr vor der Anarchie im Lande/ welchedie Freiheit rettungslos zu verderben schien. Die Ele-mente der Uneinigkeit/ der Zwietracht/ und zwar nichtleicht lösbare und hitzige/ waren da; wie hätte sich alsoauf diese hin/ nicht leicht eine Regierung ohne weiterenblutigen Zwang behaupten lassen/ und zwar um so mehr/da die Erfahrung es ja eben bewiesen hatte/ daß man eskönne. Aber die Regierung von Madrid sah nicht mit denAugen der Regentschaft in Brüssel. Sie glaubte den Auf-ruhr nur durch verdoppelten Druck und durch Blutgerüsteradikalitcr und von Grund aus vertilgen und vernichtenzu können. Als nun das Eisen ohne Unterschied aufalle Klassen/ Stände und Confessionen wieder drohendherunter hicng/ war auch alles wieder genöthigt/ sich zu-