XXX
sammen zu ziehen und zu vereinigen. Die Gefahr desLebens machte jede andere Rücksicht verstummen. Wäh-rend sich auf diese Weise im Innern alles wieder gestal-tete und zur Ordnung kam, zog auch allmählig die Aus-wanderung wieder ein, an ihrer Spitze die niederländi-schen Großen. Sofort begann der Kampf ohne Unterbre-chung, bis er für die Niederlande ausgekämpft war, bissie ihre Unabhängigkeit von Spanien errungen hatten.Allein er war weit entfernt, überall die gleiche Ein-heit anzubieten oder die Grundlage seiner militäri-schen Operationen zu seyn. Die obengenannren Elementedurchzuckten und verschoben sie in einem fort. Der Bundwar zwar auf ewig für gemeinsame Vertheidigung ge-schlossen, die Deputirtcn der Provinzen kamen zusam-men, um Geld und Volk auszuheben, die Kommandiren-den zu wählen und alles Nöthige zu bestimmen, aber ihreAnordnungen glichen ihrem Lande; so wie dieses durchKanäle und Sümpfe überall durchschnitten und durch-kreuzt, so wurden auch sie von den vielfältigen Interes-sen, dem religiösen, politischen, merkantilischcn ge-schwächt und auseinander gerissen. Vergebens sucht manruhmvolle Treffen, welche das Land dennoch gestattet hät-te, die VundeSarmee weist wenige auf, während sich dieBürgerschaften der Städte bei Belagerungen und Ueber-fällen mit beispiellosem Muthe wehrten. Der Mangel anEinheit war so sehr in alle militärische Anstalten undOperationen eingedrungen und darin gleichsam zur Naturgeworden, daß selbst da, wo man etwas wahrhaft Großesund Entscheidendes vor hatte, das Glück selbst alles be-günstigte, die Zernichtung des feindlichen Heeres gewißwar, das ganze Unternehmen bei seiner Ausführung aufdie erbärmlichste Weise auseinandcrsiel und mißlang.') Sowurde möglich, daß Spanien eine Provinz nach der an-
») Belagerung von Antwerpen.