XXXXI
von Empörungen'gegen die bestehenden Gesetze seltenoder nichts hört/ von Verfassungsverlinderungen niemaldie Rede war nach dem heutigen Zeitbegriffe/ und dieStaatsrechtsfragen hinter den Gebirgen von Eisund Schneegleichsam stabil geworden zu seyn schienen/ ist nun auseinmal alles anders geworden/ man ist in die Rolle deruntergehenden Italiener und Griechen gefallen; alles willherrschen/ alles soll immer gelindert werden/ in ununterbro-chener Bewegung drehen sich unaufhörlich die konstitutio-nellen Fragen;*) in Zeit von ein und dreißig Jahren hatdas kleine und arme Land nicht mehr als acht neue Ver-fassungen und Regierungen erhalten. Und diese Aende-rungen/ die man immer für Verbesserungen ausgab/ wo-hin führten sie/ wohin führen sie? Einmal machten siedie Schweiz zur gallischen Provinz/ und als man wiederzur Freiheit kam/ wußte man sie so wenig zu schlitzen/weil sie nlimlich ein allgemeines und nicht ein Partikular-gut oder ein Privatvortheil ist/ daß man sie gleichsamaufs Neue wieder Preis gab. Das Jahr isi-t wie dasJahr 1831 sieht die Schweiz in vollständiger Wchrlosig-keit/ also/ daß in dem Maaße als man immer lindert/ein- und absetzt/ die Fähigkeit sich zu behaupten/ ab-nimmt/ und in dem Verhältniß als das Regieren immer
Neutralität am cmvstndlichsten, Gut und Blut wurde da nichtgeschont. — Es wäre iraurig , wenn Inner, Schwyz nach einersolchen Sccupation nicht fest zusammen halten könnte. Dannwürde es einmal noch unglücklicher und dürfte sich nicht mehr anfei»« ehrenvolle Tradition erinnern/ ohne sie lächerlich zumachen.Es handelt sich nicht immer um das, waS man war, sondernnoch vielmehr um das, was man setzt se»n soll.
Es gehört gewiß auch zum Tagesheroismus, auch in das kirchlicheVerhältniß einzustürmen, und den Fehdehandschuh, wie man stehausdrückt, gegen Rom aufzunehmen. Was wird man damit he.wirke»? Gerade das Entgegengesetzte von Dem, was man be-wirken will und mit Recht.