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1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
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Oeffentlichkeit, ohne den gewöhnlichen Verfassungsgangeingeleitet wurde; alles war im Geheime»/ eigenmächtigund von Wenigen, nicht ohne große Unzufriedenheit be-rathen, behandelt und ausgeführt. Daher kam eS, daßsie, die Eidgenossen, in diesem Kriege blos Instrumentewaren, als solche benutzt und gebraucht werden sollten.Man versprach ihnen schnelle Hülfe, um ihren eigenenAusmarsch zu beschleunigen, ließ sie die »»bewehrte Waadtüberfallen, und, als sie so den Eber angereizt, verließman sie plötzlich, Oestreich und Frankreich schloffen mitBurgund Frieden, und so wurden sie dem vom Rhein«herauf eilenden, rachedürstendcn Herzog, der auf seinemMarsche noch Städte eroberte und Länder unterwarf,preis gegeben. Wenn man das Charakteristische beide«Partheien erwägt, das Eigenthümliche, welches im Für-sten lag, seine Kraft und sein Stolz, die Thaten der Eid-genossen und ihr Glück, so konnte unmöglich eine einzigeSchlacht den Friede» entscheiden, oder ein Theil denandern unterwerfen, wohl aber in Bezug auf eine Par-thci, ein einziger Sieg alle nachfolgenden. So wie desHerzogs Stolz*) die erste Verlorne Schlacht herbeiführte,so bewirkte diese alle folgenden Niederlagen. WaS mußteer empfinden, was fühlen, welch ein Entsetzen mußte ihnergreifen, als er, der bisher Unbesiegbare, im Angesichtseiner lauernden Feinde, im Angesicht von ganz Europa,das diesem merkwürdigsten und folgenreichsten aller Kämpfemit gespannter Aufmerksamkeit zusah von ihm, demBcttelvolk, wie er die Schweizer nannte, den ersten Schlagerhielt, sein Heer in wilder Flucht vor ihm auseinanderrannte, der Reichthum seines Lagers, der Glanz seinerHofhaltung in die Hände der Bauern fiel! Hörte undvernahm er nicht das stille Frohlocken, den heimlichen Ju-bel seiner Feinde? Sofort ergriffen ihn die Furten desStolzes, -es Zornes, der Rache, mit denen er zwar in

») Indem er sich nicht wollte von den Schweizern angreife» lasse»und deßhalb seine feste Stellung verließ. S. WielandS Kriege.