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1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
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Reformirten glaubten nichts fürchten zu müssen, denn siesagten: das Vermögen der Katholischen sey nicht beson-ders groß, ihre Schatzkammer leer. Die Katholischen hin-gegen bauten auf ihren Muth, mit dem sie schon zweimalobwohl an Zahl die Kleinern, die größere Macht ihrerGegner besiegt. Während und in dieser Aufregung ge-schah es, daß einige Familien von Art den katholischenGlauben abgeschworen, den Kanton Schn>y; verlassen undsich in Zürich niedergelassen hatten. Kaum war es inSchwy; bekannt geworden, so griff man nach denen, wel-che noch nicht abgezogen waren und warf sie in die Thür-me. Hierauf war von allen katholischen Orten mit großemAufwande der goldene Bund in Luzern erneuert und be-schworen,*) was bei den Reformirten um so größeres undbedenklicheres Aufsehen erregte, als man ihnen kurz vor-her die Erneuerung und Beschwörung der gemein-eidge-nössischen Bünde abgeschlagen hatte. Die Reformirtentagten sogleich auch in Peterlingen, wollten dem goldenenBund auch einen Bund entgegensetzen, der alle ihre ver-schiedenen Confcffionen in ein GlaubcnSbekenntniß zusam-menfassen, welches zu beschützen und zu vertheidigen her-nach beschworen werden sollte. Allein sie wurden darübernicht einig. Zürich, als erster reformirter Ort wollte, daßman seine Lehre annehme. Die Uebrigen fanden Beden-ken, sagten: sie wären mit ihrem Lehrbegriff zufrieden,könnten nichts vergeben. Doch stimmten sie in Bezug aufSchwyz zusammen und forderten von ihm, daß es die

*) Die fürnehmst Ursach dieses Bundessättvur war/ weil von Art 27Personen nach Zürich usgerissen und den Zwinglischen Glaubenangenommen. Darauf hat man sich verbunden einander bei demkatholischen Glauben zu erhalte»/ und ist auf dem Ratbhaus/ dieGasterei wie auch eine Komödie und Furwcrk bei der Nacht aukdem See gehalten worden/ welches Zürich und Bern fast ge-schmiert. Schultheiß Dulliker Tagbuch.