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gen solche Titel bet Muri wie -ei St. Gallen und Rhein-au hinlciten sollen. Allein bei ihnen galten einmal ange«nommcne Schlüsse wenig/ sie hatten entweder gar keinenoder einen sehr kurzen Bestand/ ihre Einigkeit war verlo-ren/ die Tage der Niederlage und des Unglücks nahtenauch ihnen. Die über die Rcformirten errungenen Siegehatte sie so stolz gemacht/ daß Diese sich bewogen fühlrcnzu sagen: wenn ihnen nicht mehr Liebe und Achtung er-zeigt würde als bisher/ hofften sie endlich wohl noch alsdeutsche Reichsstädte aufgenommen zu werden." Und die-ser Stolz/ verbunden mit mannigfaltigen Privatinteres-se»/ hatten angefangen/ auch sie von einander abzustoßen.Dornämlich gegen Luzcrn zeigten die Demokratischen einegereizte/ bittere Stimmung. Bei den kleinsten Mißver-ständnissen hieß es sogleich: man müsse seine Bauern auf-wiegeln/ die Mauern niederreißen und das hochmüthigeLuzern demüthig machen. *) Dagegen wollten sie immerdie Bessern sey»/ immer Andere binden und für sich selbstaber ungebunden bleiben; sie beschuldigten Luzern wegenPensionen/ wegen seinen einseitigen Kapitulationen/ wäh-rend die populären Standeshäupter die Pensionen nichtminder liebten und nach Gutstnden Dergleichen schloffen.Sie glaubten alle ihre Sünden abzuthun und sich rein zumachen durch ihr Bundschwören im Grütli. Obwohl diefortwährenden und mit großer Leidenschaftlichkeit und Bit-terkeit verfolgten Thurgaucr-Streitigkeiten noch immerdauerten / und man mehr als einmal schon in Gefahr war/wieder über einander herzufallen/ Zürich und Bern sichimmer rüsteten und in den Waffen übten/ so war doch
die Königin Elisabeth von England auch nicht gestatten wollte/daß ihre Gesandten in Frankreich mit dem Soden 6u samt erprirdekorirt würden, mit Melden: sie wolle ihre Sebaase selbst zeich-nen." Instruktion von Luzern aus Baden 1702.
») Akte» des Zollstreites an der Zinnen.