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1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
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Die beiden Städte eröffneten den Krieg nicht/ wie !bisher geschah/ durch isolirtes Operiren oder Angreifenihrer Gegner/ sondern sie suchten sich so schnell als mög-lich zu vereinigen. Sie waren zwar auch jetzt/ wie in frü-hern Zeiten nicht einstimmig/ man tadelte sich oft undbitter/ aber das gemeinsame Interesse verband sie dießmalstärker als vorher/ und die wohlgerüsiete Armee der Wer-ner berechtigte sie zum Sieg.

Unter den Katholischen hingegen herrschte eine Unei-nigkeit und Zwietracht/ wie man sie noch niemals gese-hen hatte. Die Befehlshaber der Brigaden wollten ihremKriegsrath nicht gehorchen/ sondern Zeder nach seinemGutdünken thun, was er wollte, sie selbst verstunden sichwiederum schlecht unter einander. Zeder begehrte, daßman seinen Befehlen gehorchen solle, aber keiner wolltesich den Befehlen des Andern unterwerfen, sondern alleinkommandiren, also, daß sich Zurlauben und Obrist Son- !nenberg voll Erbitterung gegen einander trennten. DerErste beschuldigte die Luzcrner, sie wollten alles machen,kein Brot hergeben, und, was merkwürdig ist, wie sieden, Fürst von Muri nöthigten, ihnen alle seine Speicher zu

öffnen! Der Andere klagte, wie Zurlauben im Augen-blick, da die Luzerncr gegen die Vereinigung der Züricherund Berner marschiren wollten, die Walliser an sich ge-zogen habe, allen seinen Befehlen den Gehorsam versage.Diese Uneinigkeit kam» unter die Soldaten, machte siemuthlos, ein Theil der Walliser und Freienämter lief da-von und die Luzcrner murrten, daß sie allein der Gefahrausgesetzt seyen. So eilte Sonnenberg mit denen, dieihm folgen wollten, nach Bremgarten, um den Bernern

tier sagte darauf: ein Einfall inö Toggenburg und nicht auf Zii,rich fe» beschlossen worden. Wenn man nicht nach dem Beschlos-senen handeln wolle, ziehe er sein Volt zurück.

Akten deS ZwolserkriegS.