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1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
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148
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ftnen Rotten mit zwei Kompagnien Vorwoche gegen denGrünhag herab. Die Luzerner voll Ungeduld stürzten hin-ter demselben hervor/ fielen über sie her und warfen sieauf ihre Kolonne zurück. Aber/ als ste hier einbrechenwollten/ wurden ste von einem so wohl gerichteten undsichern Feuer empfangen/ daß die ersten Glieder fielen/doch die Luzerner wichen nicht. Mit Wuth schlug mansich / hart und unentschieden blieb lange das Treffen, biszwei neue Werner-CorpS ihnen in die Flanke fielen. Daschlug sich Sonnenberg nach Muri.

Diesen Verlust erlitt Luzern allein. Von allem, was !man sich an Hülfe, an Diversionen laut Abscheiden ver-sprochen hatte, wurde nichts gehalten, still waren dieübrigen vier Orte geblieben und hatten sich nicht bewegt,als Hütte man blos auf den AuSgang warten wollen, wäh- ^rend sie vorher mit Proviant, Munition und Volk nur ^auf Luzern, das doch weit die größte und gefährlichste !Grenze zu vertheidigen hatte, losdrückten. Man glaubte, !es sey dieses alles absichtlich, eS liege im Wunsche undWillen der übrigen Orte, vorzüglich der Länder, daß Lu-zern geschlagen werde. Daher rief hier Alles zum Frie-den, darum ward nach Aarau instruirt: kein Opfer fürseine Erhaltung zu scheuen. Und so wurde den Einer ge-geben, den man mit keinem früher geschlossenen Friedenvergleichen kann, indem man nicht blos das Eroberte be-halten, sondern auch zugleich die Kriegskosten zu zahlenhatte. Dieser Friede entschied bei den Demokratischen erstjetzt recht eigentlich den Krieg. Sie, die noch niemalsgegeben und nicht Pick zu geben hatten, bisher unüber-wunden und auch jetzt noch nicht geschlagen waren, soll-ten Länder abtreten; eher mußte das Glück der Waffennoch einmal versucht, als ein so schmählicher Friede an-genommen werden. Durch Einigkeit und jenen besonne-nen moralischen Muth, der sie bei Kappel auszeichnete,wären sie im Stande gewesen, ihn wenn nicht ganz auf»