sehr merkwürdiger Zug, der selbst noch bewußtlos ge-schieht, wie denn die Menschen noch Vieles in diesem Zu-stande thun, daß sich die großen Mächte mit Leoparden,Löwen und Adlern bezeichneten, und derlei Raubthicre zuihren Schildhaltern machten. Zwar führte Frankreich keinedergleichen Symbole, sondern ließ steh durch die reinstealler Blumen, durch die Lilie darstellen und repräsenti-ren; die schneeweiße Unschuld sollte seine StaatSkunst be-decken. Sie hat ihre kühnen Parthien und Epochen, undkeiner war eS vielleicht so gegeben in das Innere derMenschen so listig einzuschlcichcn und die Entdeckungenmit solcher Gewandtheit und Kühnheit für sich zu ge-brauchen und für seinen Nutzen anzuwenden. Was sieaber vor jeder andern auszeichnete, war, daß sie nichtsvon Kargheit und Sparen wußte, sondern immer auf einegrandiose Art alles flott zu machen suchte und für Mittel,die zum Zwecke führten, keine Aufopferung scheute?)
rlurr; rnuis si les tcmxs äevirnnent -liMciler ct gu'il In, arriveguolgue äisxrnce, ces maitres lourbcr sonl los Premiers ä I'lic-eabler pur Icurs trakissons, er >Is se rnngcnt tvujours äu cütbstes plus iurts. Luliers üe la mnniöre <Is nrzocier p. ss.
») unter die vorzüglichsten französischen Divlomaten stellt man denKardinal d'Sssat, Richelieu und Mazarint. Der Erste nahm inallen Dingen die strengste Wahrheit zur einzigen Richtschnur,Treue und Glauben war die VastS seiner Politik. Er suchte inder Natur der Sache selbst, die er zu behandeln hatte, die Mit-tel z» seinem Zwecke. Nichts, was ihm vortheilhaft seyn konnte,entgieng seinem Scharfsinne. Seine Grunde waren immer soüberzeugend als möglich, und seine ganze Kunst bestund darin,sie seinem Gegner immer vor Auge» zu bringen, aber ungezwun.gen und in einer Form und mit Manieren, die ganz geeignetwaren für ihn einzunehmen und zu überzeugen. Er war übri-gens nicht Staatsminister, sondern hatte als französischer Bot-schafter in Rom Heinrich IV. mit dem Pabst auszusöhnen. EineArbeit, die damals unter die schwierigsten gezählt wurde. Maza-