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wann, je mehr regte es seinen Geist und seine Gewandt-heit an, je mehr verdoppelte er seine Thätigkeit. Vor-züglich kam es darauf an, keine Neligionsparthei zu belei-digen, bei keiner Verdacht zu erwecken, sich durchaus wahrund ehrlich zwischen beiden zu zeigen.*) Er erinnerte siein seinen Reden und Vortrügen, daß sie nicht blos Ka-tholische oder Reformirtc, sondern auch Eidgenossen wä-ren, daß ihr Ansehen und ihre Ehre bei den auswärtigenMächten von ihrer Eintracht abhänge. Auf der andernSeite wußte er sie durch eine sehr fein genährte, nichtungegründcte vFurcht vor Oestreich in Bewegung zu setzen.Wer schützt euch vor seinen Ansprüchen, fragte er sie; ge-wiß nicht weder die Engländer noch Spanier, weder pro-testantische noch katholische deutsche Fürsten; sie habenkein Interesse an euch, Frankreich aber hat es. Trenntihr euch von unS, so fällt ihr Oestreich in die Arme, aufdiesen Augenblick wartet es, hofft auf keinen andern Schutzals auf den Unsrigen, ihr seyd und müßt unser Bundes-genosse bleiben, wie wir der Eurigc. „Diese Sprache wurdevon sechshundert fünfzig tausend Kronen unterstützt, dieer mit vieler Einsicht und Verstand in die Rathsstubenoder den regierenden Herren auszutheilen wußte. Dabeimachte er einen glänzenden Aufwand, gab prächtige Ga-stereien, war zugleich ein sehr gebildeter und geistvollerMann, sprach beinahe alle europäischen Sprachen, zeigtesich in seiner Gelehrsamkeit nichts weniger als steif und !trocken, sondern war der liebenswürdigste Gesellschafter,
Fürträg nie wollen in Abscheid geben, so nit wahr, all» soll manauch die des Svanischen nie »fnehmcn.
Cvsak. Im Staatsarchiv von Luzern bei den Akten deSJahre» 1605.
») Er lehnte dem Nuntius eine Einladung »u einer Zusammenkunftin St. Urban ab, weil er glaubte, er wolle ihm damit eine Fallelegen, und ihn bei den Reformirten verdächtigen.