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und seine Majestät geruhte nur dann einmal zu ihnen zukommen/ als die Gasterei auf seine Kosten gegeben wur-de/ und auch da nur auf einen Augenblick/ wo Sie denBecher an den Mund hielt, sie aufmunterte zu genießenund sich wohl seyn zu lassen. Dann wieder weggieng undihnen goldene Ketten schickte von sechshundert Kronenbis auf fünfzig LouiSd'or, dem vorörtlichen Gesandten einefünffache von achthundert Kronen / die an ihrem Ende ineine goldene Kapsel zusammenlief/ in welcher Ihr» MajestätPorträt steh befand, das mit siebzehn großen/ vier und zwan-zig kleinern/ vierzehn andern und sieben und fünfzig klei-nen Diamanten gar künstlich und geschmackvoll eingefaßtwar. Die Pariser wollten aber auch ihre Freude dabeihaben und ihren Witz und ihre Gewandtheit damit füttern.Die schweizerischen Gesandten wurden in Karrikatur ge-stochen/ in Couplets besungen/ und wo sie hingiengen/zogen ihnen eine Schaar Gaudiebe nach/ die ihnen Börseund Uhren wegschnitten/ und die Zeitungen sagten gar:sie wären nur gekommen/ um dem König das
*) abzustatten. Kaum waren sie aber wieder zu Hauseangelangt/ die gesehenen und genossenen Wunderwerkevon der ganzen Reihe der Verwandtschaft angehört undvernommen/ die goldenen Ketten besehen und gehörig be-wundert/ so kamen die vereinigten Gesandten Volt Spa-nien, Holland und Oestreich auf die Tagsatzung und frag-ten an: „ob eine Eidgenossenschaft mit ihnen in Friedenleben wolle oder nicht? überall sehe man ihre Regimenterauf ihrem Boden, ob da§ eine treue, aufrichtige Neutra-lität sey?" Machte man bet der französischen Gesandt-schaft Vorstellungen dagegen, so hieß es: „der Bund seyoffensive, die Regimenter müßten hin, wohin man sie be-ordere." Verbot man den Obersten diese Transgressionen,so entschuldigten sie sich mit der Gewalt, die man ihnen
*) Den Eid der Treue.