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aufmarschirt waren, die gefesselten Nationen auf dem Ven-dome-Platz in Paris zu befreien, ihnen die Pässe derSchweiz öffnete. „War es möglich, rief der französischeGesandte Deluc aus, daß sie den Feinden ihres ältestenFreundes den Weg in sein Land zeigten und gaben!" DieZeit und die politischen Verhältnisse erlaubten nicht aufder Stelle die Wiedcrvergcltung und Rache zu nehmen;er war vielmehr gezwungen, den Feinden Frankreichs nochetwas zu schmeicheln, um sie nicht ganz auf die Seite derAüirten zu bringen. Daher sein doppelzüngiges Betragenwährend den Toggenburger-Unruhen, sein merkwürdigesFriedenstiften während dem Zwölfcrkricg. Daß beide Re-ligionspartheien mit einander verwickelt und am Ende sichraufen mußten, lag ganz in seinem Interesse, denn dadurchverloren sie wechselweise ihre Unterstützung, beide Theilewurden gegen Außen schwach und ohnmächtig.*) Zuerst hielter gar prächtige Reden über die Nothwendigkeit eidgenös-sischer Eintracht, er scheute sich nicht öffentlich zu sagen:was für Unheil aus diesem Krieg entstehen werde, undwie sie damit ihren auswärtigen Feinden in die Hände ar-beiteten, dann, als er unvermeidlich war, den Katholi-schen Hülfe versprach, nach dem Treffen bei Bremgartenaber, in der schweren Entscheidung zwischen Krieg undFrieden, da sein Ansehen sowohl den Legaten als dieBauern hätte zur Ruhe bringen können, die Aufrichtig-keit von Zürich und Bern verdächtig machte: „er müsseaufrichtig gestehen, trauen könnte er nicht, der Friede seysehr unheimlich, hinter der Restitution einiger erobertenLande liege nichts als Betrug, doch wolle er nichts gesagt
») Ludwig XIV- stiftete zwischen Holland und England auch einenKrieg, und als stch beide auf dem Meere tüchtig geschlagen undgeschwächt hatten, erschien er mir einer Armee in Flandern undnahm den niederländischen Staaten ihr Bollwerk gegen Frankreichweg. blöm. «I'Lstrallos. 1°. I
I. Heft. 12