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haben, sie müßten alle Hülfe bei ihnen selbst suchen, ver-sprechen könne er nichts, die Sache gehe ihn nichts an,doch würde er lieber für Religion, Weib und Kind noch einmaldas Aeußerste wagen, als den Hohn und Trotz von Zürichund Bern ertragen." Als sie noch einmal geschlagen, dieVogteien ihnen abgerissen wurden, alles bei ihnen ingroßer Verwirrung, Bestürzung und Empörung war, lachteer sie aus, tadelte sie, und sagte: sie wären an ihrem Un-glück selbst Schuld.
Aber unterdessen hatte auch die militärische StellungFrankreichs wieder eine günstige Wendung erhalten. Diefranzösische Kraft war damals noch nicht so verbraucht,daß sie einen Frieden annehmen wollte, der sie alle ihre indiesem Krieg gemachten Eroberungen wieder heraus zu gebenzwang. Der letzte Mann und der letzte Pfenning wurdenfür die Ehre zusammen geworfen; und so bestand Frank-reichten Kampf; in der entscheidenden Schlacht bei Na-- milie/kehrte der Sieg wieder zu seinen Fahnen zurück,die Koalition löste sich auf. Nach diesem Triumph dachteman an die Freundschaft für die Verbündeten, an die ge-öffneten Pässe, an Zürich und Bern, aber in solcherVerblendung und Leidenschaft, daß man jetzt gerade dasEntgegengesetzte von dem thun wollte, was man bishergethan hatte. Die östreichischen Reklamationen an derSchweiz, die bisher immer abgewiesen wurden, solltenjetzt zugelassen werden. Zürich sollte Kyburg verlieren undan Oestreich abgeben. Von Bern die Waadt losgerissen,entweder Savoycn rcstituirt oder als eigene Republik un-ter französischen Schutz gestellt werden?) Wenn dieses fürFrankreich nicht ohne Nutzen seyn konnte, so mochte manjedoch fragen: mit was es die Abrcißung des großen Am-tes Kyburg von Zürich hätte rechtfertigen wollen? Hieß
») Man lese weiter darüber Meyers von Knvnau Geschichte derSchweiz und von Slrr Geschichte von St. Gallen.