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1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
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die allervertraulichste Einleitung zu einem so hohen diplo-matischen Geschäft. Er stellte ihm die Lage Europa'svor,daß die Schweiz einen Rücken haben müsse/ sagte ihm,was man bisher verschwiegen hatte: daß die Katholischenvon Frankreich keine Hülfe zu erwarten hätten, doch seydie Restitution zu wünschen, die Bundescrneuerung seyein Meisterwerk, Zürich soll sich an die Spitze davon stel-len; das fordere seine Ehre, sein Ruhm. Die VundeScr-neucrung, meinte hingegen der Bürgermeister, sey in ge-genwärtigen Kricgszeiten eine Neutralitätsvcrletzung, dieRestitution unmöglich.« Sey es, daß er hier nur dieGesinnung seines Standes aussprach, im großen Rath vonZürich zeigte er bald darauf mit vieler Beredtsamkcit dieNothwendigkeit derselben. Endlich kam noch ein sogenann-tes' Sendschreiben angeblich von einem Katholischen anein rcformirtcs Rathsglicd, von dem man aber alle Ur-sache hatte zu vermuthen, daß es nicht in der Schweiz,sondern in Paris gemacht wurde, in welchem man sichviele Mühe gab zu beweisen, daß die Schweiz ein wehr-loses Land sey. Man habe dem Feinde nur nützliche Bür-ger, unentbehrliche Landarbeiter entgegen zu setzen. Wasdas für ein Verlust und Schaden bringen könnte! Werdas Handwerk, wer den Landbau ersetzen. In zwei Jah-ren hätte eine Armee durch bloßes Drohen die Schweizunterworfen. ES bleibe ihr nichts übrig, als stehendenHeeren stehende Heere entgegen zu setzen! Man müsseeinen gemeinschaftlichen Freund haben, der ihre Zwistig-keitcn schlichte. Die Eidgenossenschaft könne ohne frem-den Schutz nicht bestehen, der ewige Friede mit Frank-reich verpflichte es zu keiner Hülfe. Darum sey eine engeVerbindung mit dieser Macht nothwendig, sie allein habeein Interesse zur Erhaltung der Schweiz. Zum Schlußließ man den Ncformirten merken, daß sie auch eine sol-che Garantie haben könnten, wie die Katholischen durchden Funfzehncr-Bund. Nachdem man hier Hoffnungen