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1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
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gen die Stadt an. Die Genfer, in Erinnerung, daß das Ober»Haupt des deutschen Bundes, des Reiches Theile in frühernZeiten in Schutz genommen, sprachen nun beim KaiserJosephil. denselben an. Aber Dieser sagte und erklärte: erkönne und wolle sich nicht in die Genfcrwirrcn mischen,und wies die Petentcn an den eidgenössischen Bund, undsetzte dabei noch hinzu:Die Demokratie fordert Tugen-den, die in unserm Jahrhundert nicht anzutreffen sind;die Gewaltthätigkeiten, welche letzthin in Genf geschehen,beweisen, wie ihre Einwohner von derselben entfernt sind."Die Genfer sprachen England um Hülfe an. Der Mi-nister Abington antwortete ihnen:ES war eine Zeit, wodiese Stadt der Hafen der europäischen Gerechtigkeit war;zu dieser Zeit würde man mich angehört haben. Jetztaber hat sich alles geändert. Ich sage cS, um mein Be-dauern darüber zu bezeugen." Die Repräsentantenwaren entschlossen die Stadt zu vertheidigen. DerEnthusiasmus in den untern Volksklassen war groß.Nachdem man das Einrücken auf der Stadt Gebiet ver-nommen, liefen mehr als stooo Personen zu den Waffen,um den feindlichen Angriff zurückzuschlagen. Alle Markt-plätze wurden jetzt Waffenvlätze, die Kirchen wurden inSpitäler verwandelt und die Frauen der Repräsentantenermähnten ihre Männer und Söhne als freie Männer zukämpfen, während sie die Verwundeten besorgen wollten.Genf glich jetzt jener alten griechischen Stadt, die imInnern von Faktioncn zerrissen, von Außen von seinenBundsgenossen verlassen, von drei Armeen eingeschlossenwar. Man versprach, weder die Freiheit noch UnabhängigkeitGenfs anzutasten. Auf der andern Seite machte man sieauf die Fehler der Befestigung aufmerksam, daß cS sich kaumeinige Tage halten werde und könne. In der Stadt sag-ten Einige, der wahre Muth des Patrioten bestehe nichtdarin, daß er sich niedermetzeln lasse, es sey dieses nurein Selbstmord. Diele wollten mit -Weib und Kindern