Band 
Dritter Band.
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Fabeln.

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. alleiniger Zweck. Luther's Tischreden adelten dann unter uns zuerst dieses Gattung des Apophthegma'ö and der Anekdote, und führten sie in dies höheren Kreise der Gesellschaft über. Wir erwähnten, daß seitdem vons Gelehrten in lateinischer Sprache die Schimpf- und Ernst-Erzählungenfortgesammelt wurden nach Bebel's Beispiel, wo sich dann in den schonerwähnten Jocoseriis von Otto Melander die Schwänke und Witzredenvon Landsknechten, Meßpfafsm und Handwerkern neben die geistreichenSprüche geschichtlich berühmter Männer und neben entlehnte lateinischeEpigramme anreihen müssen: dies bezeichnet höchst charakteristisch denUebergang vom fingirten Schwank zur geschichtlichen Anekdote, vvmVolkswitz und Sprichwort zu dem Apophthegma bestimmter eiuzelnerPersonen. Die ersten Beispielsammlungen, wo diese neue Gattung vor-herrschte, waren bei uns aus der Fremde entlehnt: in der bedeutendsten^ darunter ist von ihr derselbe kirchlich polemische Gebrauch gemacht, denWaldis und Alberus von der Fabel gemacht haben. Wir meinen dieApologe jenes von der lutherischen Ketzerei angesteckten Aseeten, Bern-hardin Ochini von Siena (-s 1564), die Christoph Wirsung übersetzteund 1556 aus Augsburg dem Psalzgrafen Otto Heinrich widmete, der-selbe, der früher die Komödie von Calirtus und Melibia übertragenhatte. Wie sich diese Sammlung rückwärts mit den früheren Volks-schwänken berührt, kann man schon daraus entnehmen, daß in die Aus-gabe der Bebel'schen Faeetien von 1589 (Frankfurt) diese Apologe Stückum Stück zwischen die ursprünglichen Anekdoten eingeschaltet wurden,obgleich sie im Wesentlichen eigentliche Apophthegmen nach der Art vonZinkgress späterer Sammlung sind, Anekdoten von geschichtlichen Päb-sten, Bischöfen und Geistlichen aller Art. Es ist die beste und merkwür-digste aller Anekbotensammlungen schon darum, weil sie durch dasVerweilen bei Einem Gegenstände, dem Pabstthum und der römischenKirche, eine Einheit gewinnt, die dem zerstreuten Inhalte solcher Sam-melwerke sonst fehlt; weit mehr aber darum, weil hier hinter der Außen-seite des Scherzes ein furchtbarer Ernst im Innern ruht. Denn hierwerden innerhalb des Bereiches jener kirchlichen Gewalt und Herrschaft,die auf göttlicher Einsetzung und Unfehlbarkeit beruhen soll, aus demMunde ihrer eigenen Werkzeuge, in jener italienischen Frivolität, die zuder geheuchelten Heiligkeit einen schrecklichen Gegensatz bildet, die uner-gründlichen Thorheiten und unermeßlichen Laster aufgehüllt, in denensich die Pfleger jener Herrschaft auch trotz dieser Aufhüllungen immersicher fühlen durften, da ihre Macht auf die Dummheit und die Dumm-haltung der Menschen so sicher begründet ist. Eine ähnliche Sammlung