Band 
Dritter Band.
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Schauspiel.

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dische, Französische und Englische übersetzt. Für die Bücherfabrikantenwie Harsdörfer war dies Sporn genug, ein Werk dieses Schlagsnach dem andern folgen zu lassen, den „Herarlit und Demokrit" nachCamus (1652), den „großen Schauplatz lust und lehrreicher Geschichten",die 1648—78 in sechs Auflagen erschienen, u.A. Der vielgenannte PeterLauremberg gab (Rostock 1637) die aoerra pdiloloAioa heraus, 200(späterzu 700 vermehrte) Anekdoten aus der alten Welt, zum Uebersetzen für dieSchuljugend bestimmt; auch sie hatten die größten Erfolge und wurdenfrüh und spät von Samuel Gerlach (euwapeliae. Lübeck 1639), von I.Quirsfeld (historisches Rosengebüsch. Nürnbg. 1685) u. A. nachgeahmt.Nach Simon Dachs' Tode erschien (o. O. 1666) ein „kurzweiliger Zeit-vertreibes, von Chasmindo, zu dem erwählend seines Lebens gesam-melt haben muß; es sind in gleicher Mischung Hofreden, Apophthegmenberühmter Männer nach Zinkgref's Wahl und Bezeichnung, und danebenSchnurren von Bauern, Studenten, Dieben; ganz ächte Volksschwänkein Pauli's Geschmack und dann wieder Epigramme, lateinische Witz-reden, Krebsreime, Macaronische Poesiestücke, und was alles den gelehr-ten Charakter des 17. Jahrhs. bezeichnen kann. Weiterhin artete diesgegen Ende des Jahrhunderts in eine förmliche Leidenschaft zu Coller-taneen, in eine Curiositätenwuth aus; Martin Zeiller begann dies Un-wesen, zahllose Bände solcher Sammlungen immer mehr auf nützlicheKenntnisse berechneter Geschichten in die Welt zu schicken, und die Fran-risri, Prätorius, Daniel Ernst und unzählige Andere brachten es zurSpitze. Die ganze Gattung geht uns, streng genommen, in unsererDichtungsgeschichte nicht an; den Berlauf, den sie nahm, im Großenzu umschreiben, war uns aber nicht unwichtig, weil vielleicht nichtsanderes die Wendung des Zeitgeschmacks vom Gemüthvollen, Poetischen,Humoristischen, Heiteren zum Phantasielosen, Prosaischen, Witzig-Verständigen, Nüchtern-Nützlichen und Ernsten in solchem Maße, gewißnicht in solchem Umfange bezeichnet, wie eben der Eifer, womit mandiese wissenschaftliche und nicht mehr poetische Beispielliteratur Pflegte,verbreitete und verschlang.

3. Schauspiel.

Nicht so willig, wie sich das Lied und die Fabel anschickten, aus denHänden des Volks in die der Gelehrten überzugehen oder überhaupt zuweichen, ließ sich das Schauspiel finden, ja man kann sagen, daß hierdas Volksmäßige dem Gelehrten im Anfange des 17. Jahrhs. noch einen